Spannend! Ein schneller Ritt durch Raum und Zeit

Geschichte muss nicht langweilig sein. Das beweist auf jeder Seite dieses Buch, das pünktlich zu Weihnachten in einer aktualisierten Neuauflage erscheint: Mit „Ostfriesland. Ein schneller Ritt durch Raum und Zeit“ tritt man auf sehr unterhaltende Weise in die Fußstapfen unserer Vorfahren. Denn das Buch ist keine Geschichte Ostfrieslands. Es erzählt nicht chronologisch Jahrhundert um Jahrhundert die Meilensteine auf. Es ist eher eine pralle Sammlung vieler unterschiedlicher Geschichten. 7 x 7 Schnappschüsse, die alle einen kurzen Blick auf wesentliche Momente in der Vergangenheit Ostfrieslands richten.

Durch die punktuelle Sicht auf die Dinge entsteht so eine vielschichtige Historie von Land und Leuten in Ostfriesland. Ein Mosaik von Reportagen aus der Vergangenheit.

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Die große Liebe: einmal Afrika, immer Afrika

Ostfriesland ist seine Heimat, doch sein Herz hängt an Afrika. Als junger Mann, das Universitätsdiplom als Internationaler Agrarwissenschaftler gerade in der Tasche, beginnt Detlef Stang seine berufliche Laufbahn in der Demokratischen Republik Kongo, die damals, 1985, noch Zaire heißt und von Mobutu beherrscht wird. Fast zwanzig Jahre wird er auf dem schwarzen Kontinent arbeiten, immer im Dienst für namhafte Firmen und Organisationen. Diktatoren, Völkermord, Apartheid – Detlef Stang hat alles erlebt und gesehen in afrikanischen Ländern, auch viel Leid und Hunger. Doch die Liebe zu Afrika war von Anfang da und ist immer geblieben: zu den Menschen und der Schönheit einer gewaltigen Natur.

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Gauß und der Granitstein auf Langeoog

Ein kleines Quadrat aus Stein guckt aus dem Boden. Ganz unscheinbar liegt es neben der eigentlichen Attraktion auf den Kaapdünen von Langeoog: dem Wasserturm. Der Blick der meisten Besucher geht an dieser Stelle nach oben oder in die Ferne auf die Weiten der Dünenlandschaft und die Nordsee. Nach unten fällt er eher selten. Dabei hat der Granitstein neben dem Wahrzeichen der Insel viel zu erzählen. Denn die Platte mit dem eingeritzten Kreuz in der Mitte ist eigentlich das oberste Ende eines Pfeilers, der hier in den Boden geht. Und der befindet sich an historisch bedeutender Stelle. „Gauß und der Granitstein auf Langeoog“ weiterlesen

Terra X: Ein rastloser Abenteurer namens Müller

Das ist, was am Ende übrig blieb von der bedeutenden Königlich Hannoverschen Landvermessung: eine große Holzkiste. Sie enthielt Abschriften sämtlicher Daten und Berechnungen von Gauß und seinem Team und wurde am 15. März 1848 an das hannoversche Innenmisterium gesandt. Darin befanden sich 35 Hefte mit Messungsjournalen, sechs Hefte Abrisse und das Koordinatenverzeichnis. Zwischen diesen Buchdeckeln reihten sich die Zahlen, Daten und Fakten einer 23 Jahre langen Forschungsreise. Von Anfang an war Georg Wilhelm Müller mit dabei. „Terra X: Ein rastloser Abenteurer namens Müller“ weiterlesen

Unter Deck: Auf einen Tee mit dem Kapitän

Nun ja, es war dann mehr als eine Tasse Tee. Mindestens drei. Es steckt ja schon im Wort: Teetied. Sich Zeit nehmen – für Tee, aber so nebenbei auch für die wichtigen Dinge, mit denen sich ein Plattbodenschiffer wie Eckhard Janßen im Alltag immer wieder auseinandersetzen muss. Eines davon: das „Freie Liegen“ im Museumshafen von Carolinensiel.  Das war und ist eines der Erfolgsrezepte für den Tourismus am Ort.

Zur ersten Tasse ein paar Infos als Hintergrund: Die Idee, historischen Frachtenseglern kostenlos Liegeplätze im alten Hafen von Carolinensiel anzubieten, geht auf eine Initiative von Frerich Eilts zurück, der in einem der alten Kapitänshäuser direkt am Hafenrund wohnte. Damit zog man vor dreißig Jahren die ersten Traditionsschiffe an die Harle, und immer mehr folgten dem verlockenden Ruf. Eine Win-win-Situation für alle: Die einen hatten ihren Hafen sichtbar touristisch aufgewertet, die anderen eine überaus günstige Möglichkeit gefunden, ihren traditionellen Schiffen einen Liegeplatz zu sichern. „Unter Deck: Auf einen Tee mit dem Kapitän“ weiterlesen

Heiß geliebt und in Bronze gegossen: Lale Andersen

Bronzefiguren zählen in der Kunst zur Gattung der Bildhauerei. Doch gehauen wird hier in aller Regel nichts, sondern gegossen. Auch die wohl meist fotografierte Bronze Ostfrieslands, das Lale Andersen-Denkmal unter dem Wasserturm von Langeoog, ist ein Bronzeguss. Das Modell dazu fertigte die Langeooger Goldschmiedin und Künstlerin Eva Recker an. Pünktlich zum 23. März 2005, dem 100. Geburtstag des Weltstars, wurde die Skulptur feierlich eingeweiht. Die Sängerin der „Lili Marleen“ hatte sich auf der ostfriesischen Insel kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieg niedergelassen, hier war sie bis zu ihrem Lebensende Zuhause. Obwohl sie im Alter von 67 Jahren am 29. August 1972 in Wien starb, wurde sie auf eigenen Wunsch in den Dünen von Langeoog begraben.

Unter großer Anteilnahme der Insulaner geschah das. Bis heute ist Lale Andersen noch tief im Gedächtnis der Nordsee-Insel verwurzelt, wie auch ein eigener Raum, den das Langeooger Heimatmuseum ihr in großer Anerkennung widmet, belegt. Jede Woche erklingen ihre Lieder und Evergreens aus hunderten von Kehlen beim beliebten Dünensingen So war es vielleicht nur eine Frage der Zeit bis man der mit Abstand berühmtesten Frau der Insel ein eigenes Denkmal stiftete. Mittlerweile ist die Bronzefigur von Eva Recker fast ebenso bekannt wie der Wasserturm, das Wahrzeichen Langeoogs, hinter ihr. „Heiß geliebt und in Bronze gegossen: Lale Andersen“ weiterlesen

Was macht eigentlich der Alte Fritz an der Knock?

Er ist hier nun wirklich nicht zu übersehen: Friedrich der Große, der mächtige Herrscher über Ostfriesland. Mehr als vierzig Jahre lang bestimmte der Preußenkönig aus Berlin über die Geschicke des Landes, auf dessen Weite er hier als Monumentalkunstwerk aus Bronze so entschlossen blickt. Der Standort jedenfalls ist außergewöhnlich. Eigentlich hätte man ein Denkmal von solchem Format – 2,75 Meter ist allein die Figur groß, dazu kommt noch ein 1,50 Meter hoher Sockel – an etwas repräsentativerer Stelle vermutet. Was macht er eigentlich hier an der Knock, ganz am Rande von Emden, am Rysumer Nacken, dem südwestlichsten Zipfel Ostfrieslands, wo die Straße nach nur wenigen Metern im Niemandsland endet? „Was macht eigentlich der Alte Fritz an der Knock?“ weiterlesen

Inflagranti erwischt mit der Wasa-Prinzessin: Ein Skandal

Es waren einmal zwei ostfriesische Prinzen, die zur Brautschau nach Schweden reisten. Der Ältere sollte sich eine Königstochter aus dem Hause Wasa zur Frau wählen, der Jüngere ihn auf dieser erfreulichen Mission begleiten. Man schrieb das Jahr 1558, die Vertragsentwürfe waren gemacht, und Edzard und Johann gespannt auf die erste persönliche Begegnung mit den Wasa-Prinzessinnen. Für deren Vater, König Gustav I. von Schweden, war die Vermählung mit dem ostfriesischen Thronfolger strategisch, um sich aus der Abhängigkeit von Dänemark zu lösen und einen Zugang zum Meer zu haben. Ostfriesland schien dafür der passende Außenposten zu sein. Für Ostfriesland war es die mit Abstand ranghöchste Vermählung seiner Geschichte: eine Königstochter!

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Die Prinzessin und der Prediger: Heimliche Liebe

Was für eine Love Story! Da verliebt sich eine leibhaftige Prinzessin in einen über neun Jahre jüngeren Mann und geht mit ihm heimlich den Bund der Ehe ein. Doch es ist nicht nur der Altersunterschied und die Tatsache, dass die Frau in dieser Beziehung die Ältere ist, sondern vielmehr der Standesunterschied, der hier den größeren Skandal machte. Denn der Auserwählte ist nicht wie sie selbst von hohem Adel, sondern von ganz schlichter bürgerlicher Herkunft: Er ist Pastor. Kein Wunder, dass diese Ehe geheim geschlossen und auch während ihrer gesamten Dauer nie wirklich an die Öffentlichkeit drang. Die Rede ist von Juliane Louise Prinzessin von Ostfriesland und Joachim Morgenweck. Sie sorgten schon vor mehr als dreihundert Jahren für Gesprächsstoff in Hamburg, denn so ganz verborgen blieb es auch nicht, dass es da wohl eine besondere Beziehung der blaublütigen Dame zum Geistlichen der Maria-Magdalenen-Kirche gebe. Nur welche, das ahnten – oder wußten gar – nur wenige.

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