Keine Panik auf der Titanic: Noch gehen die Ostfriesischen Inseln nicht unter

Der Klimawandel steht nicht mehr vor der Haustür, wir sind längst schon mittendrin. Während in den Alpen die Gletscher abschmelzen, kämpft die deutsche Nordseeküste vor allen Dingen mit der Zunahme von Wetterextremen: Die Zahl der Sturmfluten pro Jahr häuft sich erkennbar. Wie gerade jetzt gesehen und geschehen als das Orkantief „Nadia“ über den Norden Deutschlands mit bis zu 144 Stundenkilometern hinwegfegte. Drei weitere Sturmfluten hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits für diese Woche angekündigt. Besonders betroffen und getroffen hat es wieder einmal die Ostfriesischen Inseln, sind diese doch direkt den Gewalten der Nordsee ausgesetzt.

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The Day After: Langeoog nach Orkantief „Nadia“

Zum Fressen, als Futter für die Nordsee, waren sie von Anfang an gedacht – die riesigen „Verzehrsandberge“, die die niedersächsischen Küstenschützer den Dünen vor dem Pirolatal vor die Füße spülten. 700.000 Kubikmeter Sand bildeten im September 2020 ein sattes, zwei Kilometer langes Polster. Doch diesmal hat die Nordsee gewaltig an ihnen genagt und kräftig zugebissen. Nur 18 Monate hat sie gebraucht und das Futter, was man ihr mit viel Aufwand gereicht hatte, ist nahezu weg. Das Orkantief „Nadia“ brachte am 29. und 30. Januar zwei Stumfluten hintereinander, riss dem Strandpolster am Hundestrand riesige Brocken heraus und verschob die bisherige Abbruchkante des schützenden Sandpolsters deutlich Richtung Dünen. Schlimmer noch: Es beschädigte in den weiter östlich gelegenen Abschnitten bereits den Dünenfuß des Pirolatals, hinter dem die Brunnen für die Trinkwasserversorgung der gesamten Insel liegen.

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Küstenschützer: Keine Gefahr für die Süßwasserlinse

Lang hat das Sandpolster nicht gehalten, das erst im Sommer 2020 vor dem Pirolatal aufgespült wurde. Wieviel sich die Nordsee bereits zurückgeholt hat, zeigt sehr schön diese Luftaufnahme des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Rund 700 000 Kubikmeter Sand wurden hier vor gerade eineinhalb Jahren aufgespült, jetzt ist fast alles weg. Rechts oben im Bild sieht man gut das Pirolatal, in dem über 17 Brunnen das gesamte Trinkwasser der Insel aus einer unterirdischen Süßwasserlinse gewonnen wird. Bei einer Versalzung mit Nordseewasser nach einem Dünendurchbruch wären diese für viele Jahre unbrauchbar. Langeoog müsste dann wohl wie die anderen Ostfriesischen Inseln über eine Leitung zum Festland mit Trinkwasser versorgt werden. Die Insel und ihr Hauptort sind nicht gefährdet von Sturmfluten.

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Wieder weg: Der Hauptstrand von Wangerooge

Es ist fast jedes Jahr das gleiche Spiel: Ausgerechnet an der Stelle des Strandes, der zum Herz des Inseltourismus im Sommer zählt, ist nach einer Sturmflut oftmals das blanke Nichts. Da, wo sich in der Saison sonst Tausende von Badegästen in bunten Strandkörben räkeln, öffnet sich unvermittelt eine Steilküste. Es ist jedes Mal – auch eine finanzielle – Katastrophe für die Insel und ihren Kurdirektor. Dann geht sie wieder los: Die große Baggerei: Am Strand von Wangerooge. So hieß 2018 bereits ein Beitrag von Ostfriesland Reloaded, der zeigte, mit welch schwerem Gerät man von Mitte März bis Pfingsten in Tag- und Nachtschichten im Einsatz war, um das verloren gegangene Terrain wieder zu gewinnen. Der Sand kam ganz aus dem Osten der Insel, so weit weg wie nie zuvor.

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Was gefällt Ihnen an Ostfriesland, Herr Janßen?

Ostfriesland bietet viele abwechslungsreiche Orte: Kleine Städte, weites Land, die Küste, das Wattenmeer, die Inseln, die Fehndörfer und -kanäle. Oft ist noch deren Ursprünglichkeit zu erkennen. Das gefällt mir ebenso wie viele Sitten und Gebräuche sowie die plattdeutsche Sprache und die in ihr beschriebenen Geschichten aus früheren Zeiten. Nicht zu vergessen das für Ostfriesland typische Bild der grasenden Kühe auf grüner Weide unter blauem Himmel mit dicken weißen Wolken.

Was nicht?

Die Verspargelung der Landschaft durch Windräder, die meiner Meinung nach jetzt ein erträgliches Maß übersteigt, manche verkehrspolitische Planung sowie die zunehmende individuelle Beförderung von und zu den Ostfriesischen Inseln. „Kurz nachgefragt bei Skipper Eckhard Janßen“ weiterlesen

Tourismus extrem: Heute noch Sperrgebiet, morgen schon Hotspot für Heimaturlaube

Ostfriesland Reloaded musste diesen April ohne Schwerpunkt auskommen: „Die Tourismusmacher“, unter dem Arbeitstitel stand er schon lange im Redaktionsplan. Doch dann waren sie ganz plötzlich abhanden gekommen: die Touristen. Undenkbar noch vor wenigen Monaten: „Sie sind dann mal weg“, das konnte man sich in den kühnsten Träumen nicht vorstellen. „Ostern allein zu Haus“, hieß es im Corona-Jahr 2020 auf den ostfriesischen Inseln und der gesamten Küste. Ostfriesland Reloaded leidet von fern mit: ohne Thema, ohne ersten Wohnsitz, ausgeschlossen.

Doch Licht leuchtet nun wohl am Ende des Tunnels, ein Drei-Stufen-Plan weckt Hoffnung im Tourismus titelte heute Morgen der NDR. Den Plan haben Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg für Tourismus, Gastronomie und Hotellerie ihrer Länder entwickelt. Damit geben sie den Millionen Betroffenen vor allem eins: eine konkrete Perspektive für den Wiedereinstieg. „Tourismus extrem: Heute noch Sperrgebiet, morgen schon Hotspot für Heimaturlaube“ weiterlesen

Roadmovie Ostfriesland: Landpartie mit der Kraft von Wind und Sonne

Das Auto und Ostfriesland: Das ist die Geschichte einer ganz besonders engen Beziehung. Ostfriesland ohne Auto? Man möchte schon fast sagen, das geht gar nicht. Oder jedenfalls nur sehr schwer. Mobil zu sein, das ist eine Voraussetzung um hier auf dem Land gut zu leben. Mobil zu sein, das ist auch eine Voraussetzung um die Weiten Ostfrieslands als Tourist zu „erfahren“. Denn die Zeiten sind lange vorbei, als sich die Nordseeküste noch per Eisenbahn erschließen ließ. „Unnerwegens“, das heißt heute vor allen Dingen auf den eigenen, meistens vier, Rädern unterwegs zu sein. „Roadmovie Ostfriesland: Landpartie mit der Kraft von Wind und Sonne“ weiterlesen

Premiere für Niedersachsen: Klimaneutral An- und Abreisen

Tourismus und Umweltschutz sind kein Widerspruch. Das beweist ganz aktuell Carolinensiel-Harlesiel mit einer Initiative zur Kompensation von CO2-Ausstoß, die jede PKW-Reise an die Nordseeküste unweigerlich mit sich bringt. Und das Auto ist für 90 Prozent der Gäste in Ostfriesland immer noch das Transportmittel der Wahl. Nur 10 Prozent der Touristen reisen mit der Bahn an. Zwar sind bei einer Autofahrt in heimische Gefilde die Umweltsünden nicht ganz so groß wie bei einer Fernreise mit dem Flugzeug, doch je nach Entfernung und bei jährlich 5,15 Millionen (2018) Menschen, die an der Nordsee Urlaub machen, summiert sich da Einiges an ausgestoßenem Kohlendioxid: dem Gas, das maßgeblich für den Klimawandel und den weltweiten Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich ist. „Premiere für Niedersachsen: Klimaneutral An- und Abreisen“ weiterlesen

Ostfriesland, hier hat Zukunft eine Heimat: Grüner Strom und glückliche Menschen

Nach dem Blick auf das Land, seine Identität und Wurzeln, nach einem Schwenk auf die Leute und das Leben mit Plattdeutsch und Tee, geht es nun im dritten und letzten Teil der Heimat Ostfriesland-Trilogie um die Zukunft. Um die Zukunft eines Landstrichs, der immer irgendwie am Rand lag, oft unterschätzt wurde, eine ländliche Region mit gewissen Eigenarten, rückständig. Doch Ostfriesenwitz, komm raus. Du bist umzingelt! Diese Klischees gelten schon lange nicht mehr. „Ostfriesland, hier hat Zukunft eine Heimat: Grüner Strom und glückliche Menschen“ weiterlesen