Familienfest im Wattenmeer: Schwestern oder die Inseln der Nordsee

Sie haben definitiv Charakter, diese sandigen Schwestern: von Borkum vor den Niederlanden bis Sylt im Norden an der dänischen Grenze erstrecken sie sich wie Perlen auf der Schnur. Deff Westerkamp hat zehn von ihnen in seinem gerade erschienenen Bildband ein fotografisches Denkmal gesetzt: Seine „Panoramafotos der Nordseeinseln“ sind atemberaubend schöne Naturfotografien eines Mannes, der selbst Insulaner und auf Langeoog Zuhause, sich so intensiv wie kaum ein anderer mit den vielen kleinen Paradiesen, ihren Traumständen und weiten Dünenlandschaften auseinandergesetzt hat.

In Herkunft und Prägung verwandt und ähnlich, hat jede einzelne ihre Eigenart, sei „in ihrem Wesen so spezifisch, daß Insulaner und Gäste vor allem IHRE Insel lieben“, so Westerkamp. Zum Verlieben schön sind sie alle in diesem Buch: die eigene Lieblingsinsel, wie auch die vielen anderen, die sich im superbreiten Querformat von 15 auf 45 Zentimetern entfalten, besonders großartig weil großformatig auf den Doppelseiten des Bandes. Menschenleer zumeist, paradiesisch. So auch Norderney, wie etwa auf dem herrlichen Dünenpanorama zu sehen, das diesen Beitrag oben ziert.. Denn die vor allem als Partyinsel bekannte „Schwester“ glänzt bei Deff Westerkamp als wilde Naturschönheit.

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Meisterhaft: Expeditionen in surreale Dünenlandschaften

Wetten, so haben Sie die Inseln der Nordsee noch nie gesehen! Deff Westerkamp ist mit seinem neuen Bildband „schwestern“ ein außergewöhnliches Werk gelungen. Er zeigt die Meerlandschaften im Norden in ihrer ganzen ursprünglichen Schönheit und Wildheit. Man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten. Dabei sind es doch die von uns allen geliebten Urlaubsparadiese, millionenfach besucht im Sommer. Doch hier, mitten im Nationalpark und UNESCO Welterbe, herrscht seit Ewigkeiten die Natur und nicht der Mensch. Das spürt man auf jeder Seite in traumhaft schönen Panoramabildern.

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Tief eintauchen: Die unendlichen Farben der Nordseeinseln

Der Horizont ist kaum noch auszumachen in diesem Panoramabild aus türkisfarbenem Blau. Alles verschwimmt im Hintergrund und gibt dem Orange des Leuchtfeuers, das sich im Wasser spiegelt, seinen großen Auftritt. Kräftige Farben, die die Nordsee an diesem Tag, in diesem speziellen Moment, gemalt hat. Festgehalten 2009 auf Norderney von Deff Westerkamp, der seit vielen Jahren die Meereslandschaften seiner Heimat mit der Panoramakamera portraitiert.

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Die Nordsee: Eine Landschaft wie gemacht für …

… die Panoramafotografie. Den Blick meist nach Westen gerichtet. Vom Atlantik kommt unser Wetter, die ziehenden Wolken, wie Komparsen auf der Bühne. Wind, Wellen, Wolken und Sonne sind meine täglichen Begleiter. Sie sind die Darsteller im Theater Nordsee, das gut ausgeleuchtet ein faszinierendes Schauspiel bietet.

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Revival für Willrath Dreesen, Direktor und Dichter zugleich

Der junge Mann aus Norden konnte nicht nur gut schreiben und dichten, sondern hatte auch ausgesprochene Managerqualitäten. Die setzte er auch immer wieder für die Literatur ein: in jungen Jahren als Verlagsdirektor bei Reclam in Leipzig, später dann als Leiter für Schrifttum bei der Ostfriesischen Landschaft und kurz vor seinem Tod als Organisator der ersten ostfriesischen Dichtertagung 1950 auf Langeoog. Dort lenkte er von 1924 bis 1928 als Bürgermeister und später als Kurdirektor erfolgreich auch die Geschicke der Insel.

Doch im Grunde seines Herzens war er immer ein Schriftsteller. Lyrik, Prosa und Dramen prägten ihn in jungen Jahren und dann wieder ganz spät im Alter, als er nach einem bewegten Leben, das von zwei Weltkriegen gezeichnet war, mit 70 Jahren als Pensionär nach Langeoog zurückkehrte und für kurze Zeit nochmals Kurdirektor der Insel wurde.

Man könnte viel über den Politiker Dreesen schreiben, der in den Zwanziger Jahren an der Spitze der Verwaltung wegweisende Entscheidungen für die Insel traf: Die Gemeinde übernahm damals selbst das Tourismusgeschäft und wurde ebenfalls zum Betreiber der Schifffahrt. Aber im Mittelpunkt dieses Beitrags soll der die Literatur liebende und schreibende Willrath Dreesen stehen.

Die Wiederentdeckung in den Medien

Denn nach vielen Jahren der Stille um Ostfrieslands vergessenen Dichter, erlebte er in 2022 ein regelrechtes Revival. In kurzer Abfolge erschienen gleich drei längere Artikel über ihn: In der Beilage zur Ostfriesen Zeitung stellte Paul Weßels im April in seiner Rubrik „Buch des Monats“ Willrath Dreesen und ausgewählte Werke aus seiner Feder vor. Ein weiterer, sehr lesenswerter Beitrag über Willrath Dreesens unterschiedliche Lebensstationen inklusive der Abbildung vieler Buchtitel wurde von ihm, dem Bibliotheksleiter der Ostfriesischen Landschaft, im Juni des Jahres im „Blog für ost-friesische Geschichte“ veröffentlicht. Es ist die bisher umfangreichste Würdigung Dreesens.

Im Langeooger Inselmagazin „de Utkieker“ war kurz vorher, im Mai, bereits eine ausführliche Darstellung vom Wirken dieses facettenreichen Mannes zu lesen, mit seltenen Bildern aus dem Privatarchiv der Familie. Darunter auch eine Aufnahme vom Bau seines kleinen Hauses in den Dünen 1926, in das sich der resolute Kurdirektor so gerne zum Schreiben zurückzog. Nun stellt auch Ostfriesland Reloaded zum Ende des Jahres diese bemerkenswerte Figur der ostfriesischen Literatur nochmals vor. 2022: Das war definitiv das Jahr der Wiederentdeckung Willrath Dreesens.

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„Am Strand erklingt ein eigen kalter Ton“, wenn es Herbst wird an der rauhen Nordsee. Es sind zeitlose Eingangszeilen, die mit wenigen Worten die Stimmung der letzten Tage eines Jahres einfangen – oder eines Lebens. Denn dieses Gedicht von Willrath Dreesen ist durchaus auch persönlich zu verstehen: melancholische Gedanken eines alternden Dichters.

NUN MAG ES HERBSTEN

Am Strand erklingt ein eigen kalter Ton,
Um unsre Knie zieht der Nebel schon. –
So wirds der letzte schöne Tag wohl sein,
Daß hüllenlos wir stehn im Abendschein.

Von deinen Schultern glänzt ein sanftes Rot,
Das schöner noch aus deinen Augen loht –
Nachglanz des Sommers, der hinuntersank,
Und schmerzvoll – süß ein stummes „Habe Dank!“

Der Wind wird kalt und bläst die Wellen kraus.
Du schmiegst dich an mich, deutest still nach Haus.
Nun mag es herbsten, bald auch mag es schnein –
Wir gehn in einen langen Sommer ein.

Von Willrath Dreesen,
aus „Der Eisvogel und andere Gedichte“ (posthum 1953).

Eine Museumsleiterin mit Mission: Die Ära Brigitte Junge

Seit 30 Jahren leitet sie nunmehr die Geschicke des Historischen Museums in Aurich. Und man mag es gar nicht glauben, wenn man sie so zart, fast mädchenhaft, vor ihrem Büro in der Alten Kanzlei stehen sieht:  Sie ist gerade 65 geworden, und in gut zehn Monaten, zum 1. September 2022, ist es tatsächlich so weit – sie geht ganz offiziell in Rente. In ihrem Fall ist der Ruhestand mehr als wohlverdient. Mit Brigitte Junge geht auch eine Ära zu Ende, sie hat für ihr Museum viele neue Wege beschritten und deutliche Spuren hinterlassen. Die Gelegenheit für Ostfriesland Reloaded, sich mit der großen Kennerin ostfriesischer Geschichte und Kultur zu unterhalten – so lange sie noch in Amt und Würden ist und unermüdlich wie gewohnt ihre Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen plant.     

Ostfriesland Reloaded im Gespräch mit Brigitte Junge

Ostfriesland Reloaded: Können Sie sich eigentlich noch an die Anfänge in Aurich erinnern, an Ihren Start als Leiterin des Historischen Museums?

Brigitte Junge: Sehr gut sogar. Ich war damals 34 Jahre alt und konnte nicht wie geplant zum Januar, sondern erst zum 1. März 1991 meine neue Stelle antreten. Ich hatte noch letzte Verpflichtungen in Delmenhorst, wo ich bei der Stadt angestellt war und ein Konzept für das noch zu gründende Stadtmuseum erstellte. Doch dann ging es sofort los! Nur wenige Wochen später, bereits am 20. April des Jahres, habe ich mit „Ostfriesland – Völsprakenland“ meine allererste Sonderausstellung als Museumsleiterin eröffnet.

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Traumberuf Nationalpark-Ranger: Jochen Runar

Seinen Rangerhut, den „Mounty“, trägt er nur zu besonderen Anlässen und durch die Dünenlandschaft streift er auch nicht wie Indiana Jones mit der Waffe im Anschlag, sondern friedlich mit dem E-Bike und in Dienstkleidung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Dennoch ist sein Beruf einer von denen, bei dem der Gedanke an Abenteuer, Wildnis und grenzenloser Freiheit sehr schnell kommt. Jochen Runar ist der Nationalpark-Ranger von Langeoog.

Langeoog hat kein Nationalparkhaus wie die anderen Ostfriesischen Inseln. Dennoch muss sich einer vor Ort um den Nationalpark Wattenmeer kümmern, der mit Ausnahme des bebauten Dorfes und den für Tourismus reservierten Strandabschnitten weite Flächen der Insel einschließt: Es gilt die Natur im UNESCO Welterbe zu schützen, aber auch einer der zentralen Ansprechpartner und Informationsvermittler für viele Menschen zu sein. So lautet in etwa die Berufsbeschreibung eines Nationalpark-Rangers auf einer Urlaubsinsel. Jochen Runar ist in Ausübung seines Berufs immer beides: Wächter und Kommunikator in Personalunion. Die Medien schauen gerne vorbei zum Gespräch und Interview mit dem Ranger. Nicht nur Ostfriesland Reloaded, auch die FAZ war zum Portrait über ihn schon da, Buchautor:innen, und das Fernsehen sowieso.

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Schnupperkurs Strandsegeln: Manöver mit der Mini-Yacht

Auf Borkum hat die einzige Strandsegelschule der Ostfriesischen Inseln ihren Sitz. Und das hat auch einen guten Grund: Denn keine andere hat ein derartig breites Revier für segelnde Strandyachten wie sie mit ihrem riesigen Nordstrand. „World of Wind“ heißt die Schule, die 2016 von Chris John auf Borkum eröffnet wurde und Einsteigern die Möglichkeit bietet, hineinzuschnuppern in diesen außergewöhnlichen Strandsport, der wie kaum ein anderer mit der Nordsee und seinen Inseln im Wattenmeer verbunden wird. Drei Stunden dauert so ein Schnupperkurs Strandsegeln in Praxis und Theorie – und es ist schon erstaunlich, wie schnell Mann und Frau den Bogen heraus hat.

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