Traumberuf Nationalpark-Ranger: Jochen Runar

Seinen Rangerhut, den „Mounty“, trägt er nur zu besonderen Anlässen und durch die Dünenlandschaft streift er auch nicht wie Indiana Jones mit der Waffe im Anschlag, sondern friedlich mit dem E-Bike und in Dienstkleidung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Dennoch ist sein Beruf einer von denen, bei dem der Gedanke an Abenteuer, Wildnis und grenzenloser Freiheit sehr schnell kommt. Jochen Runar ist der Nationalpark-Ranger von Langeoog.

Langeoog hat kein Nationalparkhaus wie die anderen Ostfriesischen Inseln. Dennoch muss sich einer vor Ort um den Nationalpark Wattenmeer kümmern, der mit Ausnahme des bebauten Dorfes und den für Tourismus reservierten Strandabschnitten weite Flächen der Insel einschließt: Es gilt die Natur im UNESCO Welterbe zu schützen, aber auch einer der zentralen Ansprechpartner und Informationsvermittler für viele Menschen zu sein. So lautet in etwa die Berufsbeschreibung eines Nationalpark-Rangers auf einer Urlaubsinsel. Jochen Runar ist in Ausübung seines Berufs immer beides: Wächter und Kommunikator in Personalunion. Die Medien schauen gerne vorbei zum Gespräch und Interview mit dem Ranger. Nicht nur Ostfriesland Reloaded, auch die FAZ war zum Portrait über ihn schon da, Buchautor:innen, und das Fernsehen sowieso.

Zugvogeltage – ein Highlight im Kalender des Nationalparks

Zu den größten Informationsveranstaltungen der Nationalparkverwaltung zählen die Zugvogeltage, das große Event des Jahres im Herbst, das in der gesamten Küstenregion Niedersachsens mit mehr als 250 Terminen und Veranstaltungen gerade wieder gefeiert wird. Jochen Runar trägt wie immer seinen Teil zum Programm bei: Neben täglichen Sprechstunden, die er die ganze Woche über zwischen 11 und 13 Uhr im Vogelwärterhaus des Nationalparks gegeben hat, hatte er in diesem Jahr zwei spezielle Highlights für Langeoog im Programm:

Am Montag fand im Anschluss an die Sprechstunde eine von ihm geführte Tour ganz in den Osten der Insel, ans Osterhook, statt. Und gerade Gestern hatte er von 13 bis 16 Uhr zu einer vogelkundlichen Fahrt mit dem Spektiv eingeladen. Diese Touren waren allesamt gratis und wurden wie letztes Jahr von vielen Besuchern angenommen. „30 bis 40 Leute waren jeweils dabei. Wetter und Stimmung waren super“, berichtet ein gut gelaunter und nach einer Woche unermüdlicher Öffentlichkeitsarbeit im Dienst der Natur leicht erschöpfter Ranger. „Wir konnten sogar einige Ohrenlerchen beobachten“, was die Vogelfreunde gefreut haben dürfte.

Beim „Aviathlon“ steht Langeoog in diesem Jahr scheinbar auch ganz gut da. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb, bei dem die Veranstaltungsorte möglichst viele unterschiedliche Vogelarten beobachten und zählen. In der Vergangenheit lag die Insel meistens im hinteren Mittelfeld. Sein Aufruf an Hobby-Ornithologen, ihn noch mehr zu unterstützen, hat scheinbar Früchte gezeigt: „Momentan stehen wir an dritter Stelle der Inseln hinter Norderney und Wangerooge.“

Jochen Runar freut sich schon auf Sonntag. Da geht es für ihn am 17. Oktober hinüber ans Festland, ins Wangerland, zum Abschlussfest der Zugvogeltage in Horumersiel: das große Treffen aller Freunde der Vogelwelt und des Wattenmeers, der so überlebenswichtigen Raststätte für Millionen Zugvögel auf der Welt.

Schnell ausgebucht: Mit dem Ranger ins UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer

Die Zugvogeltage sind der Höhepunkt des Jahres, doch auch in der Saison ist Runar regelmäßig in Sachen Informationsvermittlung unterwegs: „Denn nur was man kennt, wird man schätzen und schützen“. Auf Wunsch der Gemeinde bietet er im Sommer meist mittwochs seine „Führung durch das Weltnaturerbe Wattenmeer“ an. Sie gehört zu den beliebtesten Veranstaltungen im Angebot der Insel. Beim Deichschart am Seedeich geht es los mit einer Einführung zum Thema „UNESCO Weltnaturerbe“. Warum wurde das Wattenmeer überhaupt Weltnaturerbe? Und warum ist es eigentlich von universellem Wert für die Menschheit? Ohne zu viel zu verraten: Es sind genau drei Kriterien, mit denen das Wattenmeer punkten konnte. Schon eines davon hätte für die Ernennung ausgereicht.

Runar zieht mit seiner Gruppe und einem Spektiv radelnd weiter gen Osten zur Löfflerkolonie, einer der vogelreichsten Deutschlands. Während die „weißen Seltenheiten“ mit ihren auffälligen Schnäbeln durch das Wasser seihen, berichtet der Ranger von den größten Gefahren für die örtliche Vogelbrut: von den Igeln, die sich über die Eier hermachen und von den wilden Katzen, die die frisch geschlüpften Küken fressen. Das Problem mit den Igeln sei aktuell gelöst, mittlerweile seien wohl alle ans Festland verfrachtet. Doch mit den wilden Katzen sei es schwieriger – hier sei vor allem Kommunikation gefragt, man bitte um Verständnis für deren Regulierung.

Die Tour führt weiter auf den höchsten Punkt der Insel, die Melkhorndüne. In der Brutsaison lassen sich dort Möwen und ihre Küken so nah beobachten wie sonst wohl nirgendwo. Und das, ohne die Brut zu stören. Der Bestand der ehemals riesigen Kolonie an Silbermöwen hat stark abgenommen, dafür sind umso mehr Heringsmöwen zu sehen.

Unterwegs mit Runar lernt man auch viel über die Fauna: etwa über Arten, die nicht hier heimisch sind, wie die Kartoffelrose aus der Kamschatka, der japanische Knöterich, der Riesenbärenklau oder die Spätblühende Traubenkirsche (sie gedeihen hier allesamt prächtig und werden zu einem Problem der Naturschützer); aber auch über die heimische Krähenbeere, den Tüpfelfarn oder das Silbergras, die die so typische Dünenlandschaft Langeoogs prägen.

Traumberuf an einem Sehnsuchtsort

Runar gibt hier ausgesprochenes Expertenwissen weiter: Denn er hat Forstwissenschaft studiert, kann dazu noch eine Lehre als Gärtner vorweisen, und eine spezielle Ausbildung als Sonderpädagoge hat er ebenfalls. Der 61jährige kam 2015 als Ranger nach Langeoog. Damals wurden diese Stellen vom Nationalpark neu geschaffen. Vorher war die Arbeit von den Dünen- und Vogelwarten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz erledigt worden. Runar bekam einen der begehrten Posten und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum: „Für mich ist das Wirken in dem spannendsten Naturraum, den Mitteleuropa zu bieten hat, eigentlich keine Arbeit. Es gibt meinem Leben sehr viel Sinn.“

13 Ranger, davon zwei Frauen, kümmern sich zurzeit im Niedersächsischen Nationalpark um den Naturschutz, bald werden es 14 sein. Zweimal im Jahr trifft man sich persönlich zu einer Dienstbesprechung und dem Austausch untereinander. Jedes Jahr am World Ranger Day, dem 31. Juli, präsentieren sie sich und ihren besonderen Berufsstand zudem mit vielen spannenden Aktionen an ihren jeweiligen Standorten. Dieses Jahr fiel der aber auch für Runar, der in der Flinthörnhütte des Nationalparks im äußersten Westen Langeoogs Position beziehen wollte, wegen orkanartiger Winde und heftiger Regenfälle ins Wasser. Zu seinen pädagogischen Aufgaben gehört ebenfalls die Ausbildung von Junior Rangern: „Da gab es in der Vergangenheit einen leichten Mädchenüberhang auf der Insel“, weiß er vom Nachwuchs zu vermelden.

Draußen in der Natur erkennt man den Ranger von Langeoog, außer am Fernglas, an seiner blauen Dienstkleidung mit dem Emblem der Nationalparkverwaltung. Er sieht sich zwar selbst nicht als „Reserve-Wachmann“, aber ein Freund der klaren Ansagen ist er schon.

Auf Jochen Runar sollte man hören, denn er hat viel zu erzählen. Regelmäßig tut er das auch im Utkieker, dem Monatsmagazin der Inselgemeinde. Dort öffnet er in jeder Ausgabe die Notizkladde und berichtet in seiner Rubrik über „Erfreuliches und weniger Erfreuliches aus der Langeooger Natur“. Die Themen für seine Beiträge gehen ihm, auch nach sechs Jahren des Schreibens, nie aus. Dazu gibt es jeden Monat einfach zu viel zu entdecken, liefert die Natur im Nationalpark Wattenmeer immer wieder neue spannende Geschichten.

Nationalpark-Ranger Jochen Runar weist den Weg: Da geht’s hinein ins UNESCO-Weltnaturerbe.

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Hinweise: Dieser Artikel ist in einer früheren Fassung in der Oktober-Ausgabe des „Utkieker“ zu lesen, dem Inselmagazin von Langeoog, das im Enno Söker Esens (ESE) – Verlag erscheint. Der Beitrag hier ist eine überarbeitete und längere Version, die weitere tagesaktuelle Informationen zu Jochen Runars Programm rund um die Zugvogeltage liefert. Das Bild der Dame mit dem Spektiv oben ist von Sina Winkmann.


Der digitale Hut: Ostfriesland Reloaded gefällt mir!

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Schnupperkurs Strandsegeln: Manöver mit der Mini-Yacht

Auf Borkum hat die einzige Strandsegelschule der Ostfriesischen Inseln ihren Sitz. Und das hat auch einen guten Grund: Denn keine andere hat ein derartig breites Revier für segelnde Strandyachten wie sie mit ihrem riesigen Nordstrand. „World of Wind“ heißt die Schule, die 2016 von Chris John auf Borkum eröffnet wurde und Einsteigern die Möglichkeit bietet, hineinzuschnuppern in diesen außergewöhnlichen Strandsport, der wie kaum ein anderer mit der Nordsee und seinen Inseln im Wattenmeer verbunden wird. Drei Stunden dauert so ein Schnupperkurs Strandsegeln in Praxis und Theorie – und es ist schon erstaunlich, wie schnell Mann und Frau den Bogen heraus hat.

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Strandsegeln auf Langeoog: Spitzensport mit Bents

Rasend unterwegs: Immer mit der Nummer 605 segelt Thomas Bents die Strandregatta.

Auf Langeoog mit seinem 15 Kilometer langen Traumstrand wird das Segeln auf Sand schon besonders lange gepflegt. Der Langeooger Strandsegler Club, 1984 gegründet, besteht seit mittlerweile 37 Jahren. In dieser Zeit haben die rasanten Regattafahrer:innen der Insel unzählige nationale und internationale Meisterschaften gewonnen. Bis heute wird hier im Verein gesegelt, was mittlerweile eine Seltenheit auf den Ostfriesischen Inseln geworden ist. Das ist vor allen Dingen dem persönlichen und jahrelangen Einsatz vieler engagierter Strandsegler Langeoogs zu verdanken. Einer von ihnen ist Thomas Bents, selbst ein äußerst erfolgreicher Regatta-Segler, der von den fünfziger und sechziger Jahren zu berichten weiß, als es auf der Insel bereits frühe Spielarten des Strandsegelns gab.

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In ihren Briefen hat Buchautor André Sieland die vier wesentlichen Protagonisten der Königlich Hannoverschen Landesvermessung über viele Jahrzehnte begleitet. Sie waren allesamt gebildete Männer, die bis auf Carl Friedrich Gauß im Militär ihre Berufskarrieren machten und auch diesem mit ihren Vermessungsarbeiten wichtige Erkenntnisse lieferten. War es für ihn am Anfang teilweise noch schwierig, manche ihrer Zeilen zu lesen, ging es am Ende fast wie von selbst. Heute erkennt André Sieland sie alle sofort an ihren Handschriften, aber auch an ihren ganz eigenen Schreibstilen.

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Anja Domnick: Netzwerkerin im Auftrag des UNESCO-Welterbes

Extrem komplex sind die Zusammenhänge rund um das Weltnaturerbe Wattenmeer. Das sagt selbst diejenige, die sich blind in einer komplizierten Organisationsstruktur aus politischen Konferenzen, Councils und Boards auskennt und täglich mit internationalen Taskforces, Teams und Netzwerkgruppen zu tun hat. Anja Domnick sitzt als Projekt-Managerin im Gemeinsamen Wattenmeersekretariat der drei Anrainernationen in Wilhelmshaven mitten drin im Geflecht. Die Strategin ist dort ein wichtiger Knoten. Netzwerken ist ihr Geschäft und ihre Leidenschaft: das komplizierte Verwaltungsgebilde Wattenmeer zu erklären, mit Leben zu füllen und zu den Menschen der Region zu bringen.

Ostfriesland Reloaded im Gespräch mit Anja Domnick

Ostfriesland Reloaded: Frau Domnick, das Wattenmeer hat gerade erst wieder Geburtstag gefeiert. Vor genau zwölf Jahren wurde es zur Naturlandschaft von „außergewöhnlichem universellen Wert“ erklärt und damit das zweite UNESCO-Weltnaturerbe Deutschlands. Wie waren die Feierlichkeiten dieses Jahr?

Anja Domnick: Es gab vielfältige Veranstaltungen in allen Regionen, an der Küste, auf den Inseln: kostenlose Wattwanderungen für Einheimische, ausgewählte Fahrradrouten, eine Sternennacht im Wattenmeer und sogar einen Hof-Gottesdienst. Mich hat besonders gefreut, dass das Programm auch sehr gut von den Einheimischen angenommen wurde, nicht nur von den Feriengästen. Es wurde tatsächlich richtig gefeiert, bedingt durch die COVID19-Pandemie dieses Jahr erneut kleiner und mit Abstand oder digital in den sozialen Netzwerken. Der Facebook-Post, den unsere Kollegen vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer veröffentlichten, erreichte über 4.400 Personen.

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Im Portrait: Sandra Lüpkes – ganz oben mit Juist

Ein Spitzentitel. Das hatten sie in der Literaturagentur gleich gespürt: „Die Schule am Meer“ ist ein großer Wurf. Und sie sollten Recht behalten. Der Juist-Roman, mit dem Sandra Lüpkes in 2020 der Durchbruch in die oberste Etage der deutschen Belletristik gelang, spielte vom Start weg in der ersten Liga mit. 20 Wochen war die bewegende Geschichte vom reformpädagogischen Internat an der rauhen Nordsee unter den ersten 20 Titeln der Spiegel-Bestsellerliste zu finden. Wie erlebt die Autorin, die viele Jahre auf Juist lebte und in Ostfriesland ihre literarischen Anfänge machte, diesen großen Erfolg?

Ostfriesland Reloaded im Gespräch mit Sandra Lüpkes

Ostfriesland Reloaded: Frau Lüpkes, auf Ihrer Autorinnen-Website ist zu lesen, dass die Ideen für Ihre Bücher zu Ihnen kommen, man eine richtig gute Geschichte daran erkennt, „dass sie einen nicht mehr los lässt und sich beinahe von selbst zu erzählen scheint“. Wie kam „Die Schule am Meer“ zu Ihnen?

Sandra Lüpkes: Ich lebe zwar nicht mehr auf Juist, sondern mittlerweile in Berlin. Aber bei einer Lesung auf der Insel vor einigen Jahren sah ich im Küstenmuseum, das sich in einem der ehemaligen Internatsgebäude im Inselort Loog befindet, eine vergilbte Schautafel über die historische „Schule am Meer“, die mich neugierig machte. So begann ich mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Ich war mir anfangs gar nicht bewusst, und lange auch nicht sicher, dass und ob dieser Stoff einen Roman trägt. Ich habe mich dann im kalten Winter auf Juist vergraben, weiter geforscht und angefangen zu schreiben. Nach etwa achtzig Seiten stand für mich fest, dass diese Geschichte erzählt werden muss.

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Von Langeoog zur Literatur: Gabriele Wohmann

Sie gilt als die unangefochtene „Königin der Kurzgeschichte“. Immerhin hat sie mehr als 600 davon in ihrem Leben geschrieben, immer ganz nah am Zeitgeist und den absurden Dingen, die Menschen im Alltag so treiben. Zu ihren erfolgreichsten Zeiten gehörte sie wie die Schriftstellergrößen Grass und Böll zum literarischen Inventar der Bonner Bundesrepublik.

Die Schriftstellerin mit dem scharfen Blick auf die kleinen Dinge des Lebens war zeitlebens in Darmstadt zu Hause, dem Sitz des PEN-Zentrums und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Hier wurde sie am 21. Mai 1932 geboren, hier starb sie am 22. Juni 2015 im Alter von 83 Jahren. Doch sie, die so fest an ihrem heimatlichen Nest hielt, ist in ihren jungen Jahren Richtung Norden ausgeflogen – nach Langeoog.

Hierhin zog es sie gleich zweimal: 1950 als Abiturientin für ein Jahr und drei Jahre später nochmals zusammen mit ihrem Mann Reiner, den sie gerade geheiratet hatte. 1954 ging es nach dem zweiten Intermezzo auf Langeoog dann wieder endgültig zurück nach Darmstadt. Wie kommt aber ein junges Mädchen dazu, plötzlich auf ein Internat an die ferne Nordsee zu gehen?

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Fürstliche Feder: Caroline von Ostfriesland

Sie wurde mit sechzehn Jahren nach Ostfriesland verheiratet, als zweite Gattin des Fürsten Georg Albrecht. Carolinensiel, der heute so lebendige historische Hafen an der Küste, trägt ihren Namen. Als junge Witwe zieht sie 1740 zu ihrer älteren Schwester, der Königin von Dänemark, nach Kopenhagen. Dort wird ihre große Sammlung von Gedichten erstmals veröffentlicht.

Caroline von Ostfriesland ist eine der wenigen Schriftstellerinnen der Geschichte, auch der ostfriesischen, für die es Belege und Zeugnisse ihres Wirkens gibt. Denn lesen und schreiben, das war über viele Jahrhunderte weitestgehend Männern vorbehalten. Nur in den höchsten Rängen der Gesellschaft beherrschten Frauen das Alphabet. Ihre Bildung beschränkte sich zumeist auf sehr Gottesfürchtiges, dem Studium der Bibel. So wundert es nicht, dass sich auch Caroline von Ostfriesland als Schriftstellerin eher den frommen Themen widmete: „Geistliche Gedichte“ ist der Titel und Inhalt ihres Buches, das 1756 am dänischen Hofe herausgegeben wird.

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Im Portrait: Alfred Schmidt, ein Sammler aus Leidenschaft

Ins eiskalte Polarmeer zog es die Emder einst, um sich die Existenz zu sichern. Auch heute gibt es einen, der sich in der Stadt am Dollart auf die Jagd nach Grönlandwalen begibt. Allerdings nicht nach lebenden, sondern nach allem, was sich noch von dieser Zeit in Archiven, Büchern, auf Plakaten, alten Ansichtskarten und Stichen, in antiquarischen Zeitschriften und Zeitungen finden lässt. Die Rede ist von Alfred Schmidt, in Ostfriesland und weit über Ostfriesland hinaus bekannt als einer der renommiertesten Experten zum historischen Walfang.


Auch für Ostfriesland Reloaded hat er schon einen sehr lesenswerten Beitrag geschrieben: Tödlicher Walfang im kalten Eismeer.

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