Zeltlager anno 1936: Der Jugendkult der Nazis

Wenn man von Weitem auf die Szenerie blickt, unterscheidet sie sich abgesehen vom Schwarz-Weiß der Aufnahmen, gar nicht mal so sehr von einem Zeltlager heutiger Tage. In einem weiten Dünental verteilen sich viele weiße Rundzelte im Kreis. In der Mitte befindet sich ein großer Freiplatz mit einer gehissten Fahne: ein typisches Zeltlager. Es unterscheidet sich äußerlich nicht wesentlich von dem, das etwa der Sportbund Niedersachsen aktuell jedes Jahr im Sommer am Fuß der Melkhorndüne für Jugendliche auf Langeoog organisiert. Nur das dieses ein ganz spezielles ist: Es ist das Zeltlager der Hitlerjugend, das die Nationalsozialisten 1936 im Pirolatal der Insel, direkt am Meer, aufgeschlagen hatten. Hier sollte der Nachwuchs geformt werden, ganz im Sinne der Partei-Ideologie.

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Keine Panik auf der Titanic: Noch gehen die Ostfriesischen Inseln nicht unter

Der Klimawandel steht nicht mehr vor der Haustür, wir sind längst schon mittendrin. Während in den Alpen die Gletscher abschmelzen, kämpft die deutsche Nordseeküste vor allen Dingen mit der Zunahme von Wetterextremen: Die Zahl der Sturmfluten pro Jahr häuft sich erkennbar. Wie gerade jetzt gesehen und geschehen als das Orkantief „Nadia“ über den Norden Deutschlands mit bis zu 144 Stundenkilometern hinwegfegte. Drei weitere Sturmfluten hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits für diese Woche angekündigt. Besonders betroffen und getroffen hat es wieder einmal die Ostfriesischen Inseln, sind diese doch direkt den Gewalten der Nordsee ausgesetzt.

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The Day After: Langeoog nach Orkantief „Nadia“

Zum Fressen, als Futter für die Nordsee, waren sie von Anfang an gedacht – die riesigen „Verzehrsandberge“, die die niedersächsischen Küstenschützer den Dünen vor dem Pirolatal vor die Füße spülten. 700.000 Kubikmeter Sand bildeten im September 2020 ein sattes, zwei Kilometer langes Polster. Doch diesmal hat die Nordsee gewaltig an ihnen genagt und kräftig zugebissen. Nur 18 Monate hat sie gebraucht und das Futter, was man ihr mit viel Aufwand gereicht hatte, ist nahezu weg. Das Orkantief „Nadia“ brachte am 29. und 30. Januar zwei Stumfluten hintereinander, riss dem Strandpolster am Hundestrand riesige Brocken heraus und verschob die bisherige Abbruchkante des schützenden Sandpolsters deutlich Richtung Dünen. Schlimmer noch: Es beschädigte in den weiter östlich gelegenen Abschnitten bereits den Dünenfuß des Pirolatals, hinter dem die Brunnen für die Trinkwasserversorgung der gesamten Insel liegen.

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Küstenschützer: Keine Gefahr für die Süßwasserlinse

Lang hat das Sandpolster nicht gehalten, das erst im Sommer 2020 vor dem Pirolatal aufgespült wurde. Wieviel sich die Nordsee bereits zurückgeholt hat, zeigt sehr schön diese Luftaufnahme des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Rund 700 000 Kubikmeter Sand wurden hier vor gerade eineinhalb Jahren aufgespült, jetzt ist fast alles weg. Rechts oben im Bild sieht man gut das Pirolatal, in dem über 17 Brunnen das gesamte Trinkwasser der Insel aus einer unterirdischen Süßwasserlinse gewonnen wird. Bei einer Versalzung mit Nordseewasser nach einem Dünendurchbruch wären diese für viele Jahre unbrauchbar. Langeoog müsste dann wohl wie die anderen Ostfriesischen Inseln über eine Leitung zum Festland mit Trinkwasser versorgt werden. Die Insel und ihr Hauptort sind nicht gefährdet von Sturmfluten.

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Sturmflutopfer: Eine Kegelrobbe auf Abwegen

Sturmfluten sind nicht nur für Menschen bedrohlich: Eine kleine Kegelrobbe versuchte sich am Sonntag auf Langeoog vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen und strandete mitten im Dünenübergang. Nicht mehr weit und sie wäre oben angekommen beim Atelier des Inselkünstlers Anselm an der Strandpromenade. Laut dem Langeooger Fotografen Deff Westerkamp, dem diese außergewöhnliche Aufnahme gelang, ging es dem Kleinen aber gut. (Foto: Deff Westerkamp)

Traumberuf Nationalpark-Ranger: Jochen Runar

Seinen Rangerhut, den „Mounty“, trägt er nur zu besonderen Anlässen und durch die Dünenlandschaft streift er auch nicht wie Indiana Jones mit der Waffe im Anschlag, sondern friedlich mit dem E-Bike und in Dienstkleidung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Dennoch ist sein Beruf einer von denen, bei dem der Gedanke an Abenteuer, Wildnis und grenzenloser Freiheit sehr schnell kommt. Jochen Runar ist der Nationalpark-Ranger von Langeoog.

Langeoog hat kein Nationalparkhaus wie die anderen Ostfriesischen Inseln. Dennoch muss sich einer vor Ort um den Nationalpark Wattenmeer kümmern, der mit Ausnahme des bebauten Dorfes und den für Tourismus reservierten Strandabschnitten weite Flächen der Insel einschließt: Es gilt die Natur im UNESCO Welterbe zu schützen, aber auch einer der zentralen Ansprechpartner und Informationsvermittler für viele Menschen zu sein. So lautet in etwa die Berufsbeschreibung eines Nationalpark-Rangers auf einer Urlaubsinsel. Jochen Runar ist in Ausübung seines Berufs immer beides: Wächter und Kommunikator in Personalunion. Die Medien schauen gerne vorbei zum Gespräch und Interview mit dem Ranger. Nicht nur Ostfriesland Reloaded, auch die FAZ war zum Portrait über ihn schon da, Buchautor:innen, und das Fernsehen sowieso.

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Speed und ganz viel Action: Strandsegeln, Ostfrieslands exotischster Outdoor-Sport

In Frankreich ist Strandsegeln Nationalsport. In Deutschland ist man davon zwar noch weit entfernt, doch auf den Ostfriesischen Inseln wird der wohl exotischste Sport der Nordsee bis heute mit viel Leidenschaft und Erfolg betrieben. Mit ihren Traumstränden sind sie geradezu prädestiniert für diese einzigartige Disziplin, die mit rasanten Fahrten auf weißen Sandpisten die Kunst des Segelns auf dem Land zelebriert – angetrieben von der unbändigen Kraft des Windes und vor atemberaubender Kulisse der wilden Meereswogen.

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Strandsegeln auf Langeoog: Spitzensport mit Bents

Rasend unterwegs: Immer mit der Nummer 605 segelt Thomas Bents die Strandregatta.

Auf Langeoog mit seinem 15 Kilometer langen Traumstrand wird das Segeln auf Sand schon besonders lange gepflegt. Der Langeooger Strandsegler Club, 1984 gegründet, besteht seit mittlerweile 37 Jahren. In dieser Zeit haben die rasanten Regattafahrer:innen der Insel unzählige nationale und internationale Meisterschaften gewonnen. Bis heute wird hier im Verein gesegelt, was mittlerweile eine Seltenheit auf den Ostfriesischen Inseln geworden ist. Das ist vor allen Dingen dem persönlichen und jahrelangen Einsatz vieler engagierter Strandsegler Langeoogs zu verdanken. Einer von ihnen ist Thomas Bents, selbst ein äußerst erfolgreicher Regatta-Segler, der von den fünfziger und sechziger Jahren zu berichten weiß, als es auf der Insel bereits frühe Spielarten des Strandsegelns gab.

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Segeln unter Regeln: Von FISLY und Formel 1 am weiten Strand

Wurde das Strandsegeln in den Anfangsjahren rein zum persönlichen Vergnügen betrieben, hat sich die Disziplin seit den Siebziger Jahren stark professionalisiert. Insbesondere beim Regatta-Segeln gibt es strenge Reglements, über die international die FISLY (Federation Internationale de Sand et Land Yachting) wacht – wie etwa über die Segelklassen des rasanten Sports. In welcher Klasse man ein Rennen segelt, das entscheidet beim Strandsegeln die Größe von Gefährt und Segel sowie die Geschwindigkeit, die maximal erreicht werden kann.

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