Ostfriesland Royale: Skandale, heimliche Lieben und ein mysteriöser Todesfall

Ja, bei den Briten auf der Insel geht es wieder hoch her: Erst der Brexit, nun der Megxit, mit dem Abgang des Herzogs und der Herzogin von Sussex, besser bekannt als Harry und Meghan. Die royale Familie sorgt immer wieder für beste Unterhaltung.

Auch Ostfriesland hat zwei junge Prinzen vorzuweisen, die sich sehr unterschiedlich entwickelten, als die Frauen in ihr Leben traten. Der Thronfolger hatte sogar eine „Kate“ an seiner Seite, kaum zu glauben, aber wahr. Und der Jüngere neigte auch eher zu Eskapaden. Geschichte wiederholt sich …

In Ostfriesland ging es beim Adel nicht immer ganz so gesittet und fromm zu, wie es manchmal den Anschein hat. Der Adel, das ist in Ostfriesland die Zeit zwischen 1464 und 1744, als das Geschlecht der Cirksena erst als Grafen und später als Fürsten über das Land herrschte. 280 Jahre Monarchie, die ziehen nicht spurlos und nicht ohne die ein oder andere Affäre um Macht und Liebe vorüber. Drei der spannendsten Geschichten aus dem Hause Cirksena widmet sich Ostfriesland Reloaded in dieser Ausgabe:

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Zu den Cirksena finden Sie auf Ostfriesland Reloaded jede Menge weiteren Lesestoff. Die Artikel sind alle ganz schnell über die Schlagwortsuche rechts zu finden: Einfach auf das Schlagwort Cirksena klicken und schon sind Sie im Thema. Eine Auswahl zieht ganz oben auf der Webseite bereits in Titelbildern vorbei. Auch die brauchen Sie einfach nur anzuklicken. Viel Spaß beim Lesen!

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Inflagranti erwischt mit der Wasa-Prinzessin: Ein Skandal

Es waren einmal zwei ostfriesische Prinzen, die zur Brautschau nach Schweden reisten. Der Ältere sollte sich eine Königstochter aus dem Hause Wasa zur Frau wählen, der Jüngere ihn auf dieser erfreulichen Mission begleiten. Man schrieb das Jahr 1558, die Vertragsentwürfe waren gemacht, und Edzard und Johann gespannt auf die erste persönliche Begegnung mit den Wasa-Prinzessinnen. Für deren Vater, König Gustav I. von Schweden, war die Vermählung mit dem ostfriesischen Thronfolger strategisch, um sich aus der Abhängigkeit von Dänemark zu lösen und einen Zugang zum Meer zu haben. Ostfriesland schien dafür der passende Außenposten zu sein. Für Ostfriesland war es die mit Abstand ranghöchste Vermählung seiner Geschichte: eine Königstochter!

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Die Prinzessin und der Prediger: Heimliche Liebe

Was für eine Love Story! Da verliebt sich eine leibhaftige Prinzessin in einen über neun Jahre jüngeren Mann und geht mit ihm heimlich den Bund der Ehe ein. Doch es ist nicht nur der Altersunterschied und die Tatsache, dass die Frau in dieser Beziehung die Ältere ist, sondern vielmehr der Standesunterschied, der hier den größeren Skandal machte. Denn der Auserwählte ist nicht wie sie selbst von hohem Adel, sondern von ganz schlichter bürgerlicher Herkunft: Er ist Pastor. Kein Wunder, dass diese Ehe geheim geschlossen und auch während ihrer gesamten Dauer nie wirklich an die Öffentlichkeit drang. Die Rede ist von Juliane Louise Prinzessin von Ostfriesland und Joachim Morgenweck. Sie sorgten schon vor mehr als dreihundert Jahren für Gesprächsstoff in Hamburg, denn so ganz verborgen blieb es auch nicht, dass es da wohl eine besondere Beziehung der blaublütigen Dame zum Geistlichen der Maria-Magdalenen-Kirche gebe. Nur welche, das ahnten – oder wußten gar – nur wenige.

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Carl Edzard, der letzte Fürst von Ostfriesland: War es doch Mord?

Kalte Buttermilch soll es gewesen sein, die zum Ende der fast 300 Jahre währenden Herrschaft der Cirksena über Ostfriesland führte. Danach verlangte es jedenfalls den letzten Fürsten, Carl Edzard, als er nach langem Fußmarsch am 16. Mai 1744 in seiner Sommerresidenz, dem Jagdschloss Wilhelminenholz in Sandhorst bei Aurich, ankam. Dort wartete bereits seine Frau Wilhelmine Sophie auf ihn, die vier Tage zuvor eine Fehlgeburt erlitten hatte. Die Hoffnung auf einen Thronfolger hatte sich damit für beide zerschlagen.

Nach diesem Besuch und dem Genuß der Buttermilch fühlte Carl Edzard sich nicht gut. Sein Zustand wurde nicht besser, anfangs wohl auch nicht ernst genommen. Was im Folgenden geschah, schildert ein Chronist so:

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Fernweh made in Ostfriesland: Durch die Welt zu fliegen, über Land und Meer

Die See war von jeher die Heimat der Ostfriesen. Von ihrem schmalen Küstenstreifen oberhalb der unzugänglichen Moore zogen sie über viele Jahrhunderte hinaus aufs Meer, zum Walfang, aber noch viel häufiger für den Handel. Schon immer lockte die Menschen an der Küste die Ferne. So auch in Carolinensiel. Heute geht es dort recht beschaulich zu, entspannen sich Touristen in Cafés rund um den malerischen Museumshafen. Doch noch Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich hier der größte Sielhafen an der Nordseeküste, zentral gelegen zwischen Emden im Westen und Bremerhaven im Osten. Denn das später viel bedeutendere Wilhelmshaven gab es damals noch nicht. „Fernweh made in Ostfriesland: Durch die Welt zu fliegen, über Land und Meer“ weiterlesen

Auf Platt versteht’s sich besser: Aus dem Land der Janssens

Mit dem Nachnamen hat man es über viele Jahrhunderte in Ostfriesland nicht so genau genommen, denn sie waren bis Napoleon sie einführte, einfach nicht gebräuchlich. Man rief sich beim Vornamen, und wenn es dann doch mehrere Frauen oder Männer gleichen Vornamens gab, dann half der Name des Vaters, den man dann einfach hinten dran hing: Es herrschte die so genannte patronymische Namensvererbung. Bei diesem Prinzip ist „Auf Platt versteht’s sich besser: Aus dem Land der Janssens“ weiterlesen

Teetied: Süchtig nach dem dunklen Drachengift aus China

Heute gehört der Tee zum täglichen Leben in Ostfriesland, doch das war nicht immer so. Tee war lange Zeit äußerst kostspielig und für die meisten Menschen schlicht nicht erschwinglich. Er kam von weit her aus dem Fernen Osten, aus China und Japan, und wurde über London und Amsterdam eingeführt. Es war um 1610 als erstmals Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie Tee nach Europa brachten. Zu Beginn war er nur sehr vermögenden Kreisen vorbehalten und Teil eines Zeremoniells am Hofe, in der der Adel mit dem edlen Getränk auch seine neueste Errungenschaft, kostbarstes Porzellan aus China, vorführte. Daran verbrannte er sich auch regelmäßig die Finger, denn getrunken wurde die Köstlichkeit damals noch aus zarten Tässchen ohne Henkel. „Teetied: Süchtig nach dem dunklen Drachengift aus China“ weiterlesen