Von einer, die in die Tasten haut und für das Shanty kämpft: Back to the Roots!

Da musste also erst eine Frau kommen, um einer absoluten Männerdomäne frischen Wind einzuhauchen: Die Rede ist von Elisabeth Peters, Deutschlands Fachfrau in Sachen Shanties. Wer immer zu diesem Thema recherchiert, kommt an diesem Namen einfach nicht vorbei. Auf ihre Vorträge und Referate beziehen sich heute eigentlich alle, die über diese ganz spezielle Form des gemeinsamen Männergesangs öffentlich wirken oder schreiben: sei es auf Wikipedia, in Fachzeitschriften der Chorszene oder in den Verbänden und Organisationen, die das Genre hervorgebracht hat.

Sie ist eine Pionierin und eine wahrhaftige Missionarin des originalen Shanties – und eine echte „Dompteuse“ noch dazu: Denn so bezeichnen sie mit liebevollen Respekt ihre Shantymen, De Flinthörners. Den weit über Langeoog hinaus bekannten Shantychor leitet sie, die in Esens Zuhause ist, seit mittlerweile 35 Jahren. Für sie ist der Inselchor auch eine ideale öffentliche Plattform, um Shanties als das zu präsentieren, was sie ursprünglich sind: Arbeiterlieder auf rauher See, die weit entfernt sind vom Idyll frisch gestärkter weißer Matrosenhemden. „Von einer, die in die Tasten haut und für das Shanty kämpft: Back to the Roots!“ weiterlesen

Im Portrait: „Puppa“ Peters

„Puppa“ – der Name will eigentlich so gar nicht zu ihr passen. Denn von einem „Püppchen“ kann bei Elisabeth Peters nun wirklich keine Rede sein. Dazu ist sie zu resolut, zu willensstark, gewöhnt daran, sich als einzige Frau in einem Shantychor aus lauter Männern durchzusetzen. Ihre Stimme wird überall gehört. Nicht nur bei den Flinthörners, ihrem Shantychor auf Langeoog. Viele Jahrzehnte war sie in den verschiedenen Verbänden des Shantygesangs aktiv: im Vorstand bei der International Shanty and Seasong Association oder als Leiterin der Musikkommission im nationalen Fachverband der Shantychöre Deutschland. Als Frau in einer Männerwelt, das wurde ihr gewissermassen auch in die Wiege gelegt. „Im Portrait: „Puppa“ Peters“ weiterlesen

Was gefällt Ihnen an Ostfriesland, Frau Peters?

Mir gefällt die Mentalität der Menschen hier, die gute Luft, der weite Blick ins Land und auch die plattdeutsche Sprache.

Was nicht?

Die Infrastruktur ist schwach. Wir haben auch zu wenig Bildungs – und Kulturangebote, dafür aber vieeeeel zu vieeeeel Wind.

Was gefällt Ihnen speziell an Ihrem Zuhause in Esens?

Ich bin hier zu Hause. Hier ist ist mein soziales Umfeld, hier sind die mir vertrauten Menschen, hier habe ich das Gefühl der Sicherheit im Alltag, und noch vieles mehr.

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Mehr Küste geht nicht: Mit dem Rad immer entlang der Nordsee

An den Küsten Mitteleuropas gibt es wohl kaum einen Landstrich, an dem man dem Meer über eine Strecke von 60 Kilometern so nahe kommen kann, wie in Ostfriesland. Da stören beim kräfigen Strampeln keine mehrspurigen Boulevards, da ist der Blick nicht ständig durch Hotels und Hochhäuser versperrt. Die gesamte Küstenlinie entlang der ostfriesischen Deiche ist Natur pur. Was vermutlich 2015 auch der Grund für Arte war, in seiner Serie „Unterwegs auf dem Nordseeküstenradweg“ mit den Radlegenden Rudi Altig (†), Jeannie Longo sowie Joey Kelly, hier so gut wie keinen Stopp einzulegen. Auf der zweiten Fernseh-Etappe, die das Trio von Emden nach Sylt führte, gab es am äußersten westlichen Ende Ostfrieslands einen Halt in Emden zur Teeverkostung, dann noch kurz beim „Otto“-Leuchttum in Pilsum, dann Schnitt – und schon fand man sich radelnd in Bremerhaven wider. Den gesamten Küstenabschnitt vor den ostfriesischen Inseln hatte die Sendung einfach übersprungen. Da habt ihr was verpasst, liebe Arte-Redakteure und Zuschauer der Sendung! „Mehr Küste geht nicht: Mit dem Rad immer entlang der Nordsee“ weiterlesen

Watt’n Bier: Von der Küste, frisch gebraut in kupfernen Kesseln

Mittwochs geht es im Brauhaus zu Werdum los, denn dann ist wie immer Kochtag. So nennen Brauer den Tag, an dem sie ihren Sud ansetzen und das Bier brauen. Die erste Küstenbrauerei Deutschlands befindet sich in Ostfriesland. Ganz in der Nähe der Deichlinie zwischen den idyllischen Sielorten Neuharlingersiel und Carolinensiel entsteht die regionale Spezialität – ein quasi maritimes Bier. Seit April 2000 wird hier nach alter Handwerkskunst gebraut. Markus Brodmann und Olav Männel heißen die beiden Brauer, die hier kräftig Hand an Hopfen und Hefe, Wasser und Malz legen. „Watt’n Bier: Von der Küste, frisch gebraut in kupfernen Kesseln“ weiterlesen

Weihnachten 1717: Die Nacht des Schreckens und Grauens

Nichts Böses ahnend ging man zu Bett an diesem 24. Dezember 1717. Die Familien hatten wie immer gemeinsam den Heiligabend gefeiert. Der Sturm, der im Laufe des Tages draußen immer heftiger aus West und später aus Nordwest blies, hatte sich zum späten Abend wieder gelegt. Der Mond stand im letzten Viertel, kurz vor einer Nipptide, die normalerweise nur eine schwache Flut bringt. Absolut keiner rechnete mit einer derart gewaltigen Sturmflut, wie sie dann nur wenige Stunden später die Menschen aus den Betten riss. So überraschend wie sie nachts kam, so grausam war sie, die „Weihnachten 1717: Die Nacht des Schreckens und Grauens“ weiterlesen

Wie gewonnen, so zerronnen: Beständig ist nur der Wandel

Vor 10000 JahrenWäre man vor zehntausend Jahren über Ostfriesland und die Nordsee geflogen, hätte man keine Küste gesehen, sondern Land. Denn die Nordsee ist ein relativ junges geologisches Meer. Damals war sie noch sehr klein in ihren Ausmaßen. Auch England gehörte noch zum europäischen Festland. Gut zu erkennen sind zu diesem frühen Zeitpunkt schon die Themse, der Rhein, die Weser und die Elbe, die heute noch natürliche Grenzen bilden. An der Doggerbank, die mittlerweile im Visier von Offshore-Investoren ist, mündeten sie alle in die Nordsee. „Wie gewonnen, so zerronnen: Beständig ist nur der Wandel“ weiterlesen