Carl Edzard, der letzte Fürst von Ostfriesland: War es doch Mord?

Kalte Buttermilch soll es gewesen sein, die zum Ende der fast 300 Jahre währenden Herrschaft der Cirksena über Ostfriesland führte. Danach verlangte es jedenfalls den letzten Fürsten, Carl Edzard, als er nach langem Fußmarsch am 16. Mai 1744 in seiner Sommerresidenz, dem Jagdschloss Wilhelminenholz in Sandhorst bei Aurich, ankam. Dort wartete bereits seine Frau Wilhelmine Sophie auf ihn, die vier Tage zuvor eine Fehlgeburt erlitten hatte. Die Hoffnung auf einen Thronfolger hatte sich damit für beide zerschlagen.

Nach diesem Besuch und dem Genuß der Buttermilch fühlte Carl Edzard sich nicht gut. Sein Zustand wurde nicht besser, anfangs wohl auch nicht ernst genommen. Was im Folgenden geschah, schildert ein Chronist so:

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Feinstes Filigran: Die hohe Kunst, Gold zu schmieden

Er ist so etwas wie der letzte seiner Art: Hermann Arends. Denn der Goldschmied aus Leer ist spezialisiert auf ostfriesischen Filigranschmuck. Diese Technik erfordert eine hohe Handwerkskunst. Und das beherrschen nicht mehr viele im Land: „Wir sind hier im Nordwesten noch genau drei, die wissen, wie so etwas gemacht wird“ weiß Arends. Seit 1972, seit mehr als 45 Jahren, ist er in diesem Metier zu Hause. Gelernt hat er das Handwerk in Leer, damals, beim alt eingesessenen Juwelier Hurdelbrink. Auch die anderen zwei ostfriesischen Meister der alten Filigrankunst sind schon lange im Geschäft, Traute Zahn von der Galerie im Blauen Haus und Ulrich Löhmann von der Inselgoldschmiede auf Juist. „Feinstes Filigran: Die hohe Kunst, Gold zu schmieden“ weiterlesen

Naturnah: Bildung ganzheitlich erleben im Ökowerk Emden

Dieses seltsame Gebilde ist ein Schlickstein. Ein expressives Kunstwerk aus Kinderhand, das ziemlich gut zeigt, worum es beim Ökowerk in Emden immer wieder geht: Um einen ganzheitlichen Blick auf die Dinge. Hier auf den Schlick, den man gesammelt und dann getrocknet hat, und aus dem ein Stück Kunst wurde. Die kleinen Künstler wissen danach, wo das Material her kommt, wie es sich anfühlt und was man daraus alles machen kann. Spielerisch lernen, kreativ an die Dinge herangehen, alle Sinne einsetzen – das ist hier direkt am Deich in Emden eines der wichtigsten Grundprinzipien bei der Vermittlung von Wissen. „Naturnah: Bildung ganzheitlich erleben im Ökowerk Emden“ weiterlesen

Schnaps vom Apotheker: Bödeker’s Magenbitter

Einst gab es ihn sogar auf Rezept: den hochprozentigen Klassiker für die leichte Verdauung. 33 Volumen Prozent steckt in der Flasche mit der goldenen Schutzkappe. Doch das Getränk ist weniger Spirituose, sondern „eher als Medizin zu sehen“. Das sagt einer, der es wissen muss: Denn Dr. Florian Penner ist seit 2014 Inhaber der traditionsreichen Löwen-Apotheke in Emden und damit im Besitz der 200 Jahre alten Geheimrezeptur für „Apotheker Bödeker’s Magenbitter“. „Schnaps vom Apotheker: Bödeker’s Magenbitter“ weiterlesen

Stiftung Ökowerk Emden: Eine Ideenschmiede für die Welt

SalFar steht für „Saline Farming“ und ist der Name eines internationalen Projektes, das die EU ins Leben gerufen hat, um innovative und neue Methoden bei der landwirtschaftlichen Nutzung von salzhaltigen Böden zu entwickeln. An der Küste Ostfrieslands, direkt hinter einem hohen Deich an der Emsmündung, befindet sich eines der zehn europäischen SalFar-Forschungslabore. Denn das Ökowerk in Emden vertritt Deutschland in dem ambitionierten Programm zu dem sechs weitere Nordsee-Anrainerstaaten beitragen: Norwegen, Schweden, Dänemark, Holland, Belgien und Großbritannien sind auch mit dabei. Insgesamt arbeiten 14 sehr unterschiedliche Partner an der Untersuchung, darunter auch Universitäten für die akademische Begleitung. „Wir sind eine gute Kombination aus Denkern und Machern“, meint Detlef Stang, Geschäftsführer der Emder Stiftung und deutscher Projektleiter für SalFar. „Stiftung Ökowerk Emden: Eine Ideenschmiede für die Welt“ weiterlesen

Ein ganz neuer Blick auf eine alte Moorleiche

Kommt Ihnen dieser Mann bekannt vor? Das Gesicht, das Sie hier frontal anblickt, wurde erkennungsdienstlich behandelt, und zwar vom Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt. Denn bei dem Herrn mit den leuchtend blauen Augen handelt sich um das lebensechte Modell von einem der bekanntesten Köpfe Ostfrieslands: die Moorleiche von Bernuthsfeld. „Bernie“ starb vor 1.200 Jahren, wurde „Ein ganz neuer Blick auf eine alte Moorleiche“ weiterlesen

Tagung: Die Weihnachtsflut lässt noch immer schaudern

Erst für halb sieben Uhr morgens hatte man in Emden mit dem normalen Hochwasser gerechnet, doch schon um zwei Uhr nachts strömten die reißenden Fluten durch die Straßen der Stadt. Wie die gesamte Nordseeküste traf die katastrophale Sturmflut in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1717 auch die Emder vollkommen überraschend und unerwartet. Einen Wasserstand von gewaltigen 4,45 Metern über Normalnull halten die historischen Chroniken dort schließlich in der Spitze fest. Auch die Große Kirche am Fuß des Burghügels entging damals nicht der Katastrophe und stand unter Wasser. 300 Jahre später ist das anders, da erreichen die Besucher trockenen Fußes die alten Backsteinmauern, die heute die ehrwürdige Johannes a Lasco-Bibliothek beherbergen. Am 12. Dezember 2017 waren es besonders viele. „Tagung: Die Weihnachtsflut lässt noch immer schaudern“ weiterlesen