Ein Blick hinter die Kulissen mächtiger Sieltore im Deich

Das flache Land hinter den Deichen ist eigentlich wie eine große Badewanne. Wenn man nicht täglich den Stöpsel zieht und Wasser aus dem Binnenland in die Nordsee laufen lässt, dann läuft sie unweigerlich irgendwann voll. Damit das nicht passiert, hat man in Ostfriesland über Jahrhunderte ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem entwickelt – eine kulturelle Hochleistung, die vielleicht noch mit den Terrassen der Inkas zu vergleichen ist, und den Menschen erlaubte, auf dem fruchtbaren Land hinter den Deichen zu siedeln und Ackerbau zu betreiben. „Ein Blick hinter die Kulissen mächtiger Sieltore im Deich“ weiterlesen

Weihnachten 1717: Die Nacht des Schreckens und Grauens

Nichts Böses ahnend ging man zu Bett an diesem 24. Dezember 1717. Die Familien hatten wie immer gemeinsam den Heiligabend gefeiert. Der Sturm, der im Laufe des Tages draußen immer heftiger aus West und später aus Nordwest blies, hatte sich zum späten Abend wieder gelegt. Der Mond stand im letzten Viertel, kurz vor einer Nipptide, die normalerweise nur eine schwache Flut bringt. Absolut keiner rechnete mit einer derart gewaltigen Sturmflut, wie sie dann nur wenige Stunden später die Menschen aus den Betten riss. So überraschend wie sie nachts kam, so grausam war sie, die „Weihnachten 1717: Die Nacht des Schreckens und Grauens“ weiterlesen

Großer Gott, wir fürchten Dich! Zwischen Predigt und PR

Noch heute steht das kleine Kirchlein auf seiner hohen Warft: Die Pfarrkirche von Resterhafe ragte am Weihnachtsmorgen 1717 wie eine Insel aus dem reißenden Wasser der Nordsee, das durch die gebrochenen Deiche bis weit hinter Dornum strömte. Der Bericht des Pfarrers aus jenen verzweifelten Tagen gehört zu den eindrücklichsten Beschreibungen, die von der historischen Weihnachtsflut überliefert sind. Johann Christian Hekelius, damals dreißig Jahre alt, schilderte in seiner Chronik, die „Ausführliche und ordentliche Beschreibung derer beyden erschrecklichen und fast nie erhörten Wasserfluthen in Ostfriesland Und denen meisten an der Nord-See gelegenen Schönen Ländern…“, das ganze Ausmaß der Katastrophe. „Großer Gott, wir fürchten Dich! Zwischen Predigt und PR“ weiterlesen

Hochseeangeln: Die Jäger der silbernen Makrelen

200 Gramm Blei und viele schillernde Phosphorkugeln als Köder – damit geht noch jede Makrele an die Angel. Das Rezept ist geprüft, schließlich fährt Axel Henke schon seit vierzig Jahren durchs flache Wattenmeer und auch zum Hochseeangeln hinaus auf die Nordsee. Er ist seit drei Jahren Kapitän der MS Freia, die vom Fischereihafen in Dornumersiel ihre Fahrt hinter die Inseln startet. Mit an Bord: „Hochseeangeln: Die Jäger der silbernen Makrelen“ weiterlesen

Niveas letzter seiner Art: Dornumersiel bleibt am Ball

Sein genialer Erfinder ist unbekannt. Sicher ist jedoch, dass er in den späten 1930er Jahren das erste Mal an deutschen Stränden auftauchte: der blaue NIVEA-Ball. Im klassischen Format ist er aus hoch glänzendem Plastik. Aufgeblasen misst er ungefähr fünfzig Zentimeter im Durchmesser. Ein wahrer Gigant des runden Markenbotschafters befindet sich jedoch an der ostfriesischen Nordseeküste, direkt am Strand von Dornumersiel:  Ein riesiger NIVEA-Ball aus glasfaserverstärktem Kunststoff thront dort in zehn Metern Höhe auf einem Mast mit Ausguck. Seit 1973 steht die monumentale Kugel dort, mittlerweile ein Wahrzeichen des Küstenortes und geliebtes Kultobjekt. Er ist der letzte seiner Art. „Niveas letzter seiner Art: Dornumersiel bleibt am Ball“ weiterlesen

Bee different: Süßes in Ton aus der Honigmanufaktur

Man fühlt sich wie bei einer Weinprobe: Darf es eher der frühblühende Raps sein oder die späte Senfblüte? Oder doch ein würziger, kräftiger Spätsommer-Cuvee? Der Nordseehof Ostfriesland hat sie alle: die ganze Vielfalt des Honigs aus ostfriesischer Ernte. Und wer gedacht hat, Fenchel- und Akazienhonig seien doch bestimmt importiert, der irrt gewaltig. Denn auch diese exotisch klingenden Sorten haben ihre Heimat an der Nordsee. „Bee different: Süßes in Ton aus der Honigmanufaktur“ weiterlesen

Die Stradivaris unter den alten Meistern des Orgelbaus

Die älteste Orgel Deutschlands und eine der ältesten bespielbaren Orgeln der Welt steht im ostfriesischen Rysum, einem idyllischen Ort auf einer Rundwarf in der Nähe von Emden. Ganz oben thront sie dort seit 560 Jahren unter ihrem türkisblauen Kirchenhimmel und „Die Stradivaris unter den alten Meistern des Orgelbaus“ weiterlesen