Alles aus Bronze: Von großer Kunst im weiten Raum

Sie gehören einfach zu Ostfriesland wie Deiche, Dünen und Doornkaat: Figuren aus Bronze. In wohl keiner Region Deutschlands gibt es so viele davon zu sehen, wenn man jedenfalls all die Denkmäler herausrechnet, die hierzulande Bismarck und den kaiserlichen Wilhelms gewidmet sind. In ostfriesischen Breiten sind es mit wenigen Ausnahmen nicht die Herrscher, sondern die Menschen des Landes, denen man die Skulpturen widmete: etwa den Fischern wie im romantischen Kutterhafen von Neuharlingersiel oder wie in Emden, wo sich mittlerweile drei „Delftspucker“ am historischen Hafen versammeln. „Alles aus Bronze: Von großer Kunst im weiten Raum“ weiterlesen

Hinterm Horizont geht’s weiter: Ein Mann und sein Weg zum »waddensea.travel« Kosmos

Der Name ist Programm. Zeigt er doch gleich, wo es langfristig hingehen soll. Denn das erklärte Ziel von Joke Pouliart, dem Gründer des Unternehmens und Inhaber der Domain waddensea.travel, war von Anfang an ein internationales Publikum. Das ließ jedenfalls auch die Ernennung des Wattenmeers zum UNESCO Weltnaturerbe 2009 erwarten. Nun, ganz so schnell ist es nicht gekommen, das internationale Publikum muss erst noch erobert werden. Die Konkurrenz ist groß mit Grand Canyon und Great Barrier Reef. Aber warum sollten nicht irgendwann, eines Tages, Reisegruppen aus dem Ausland das Wattenmeer besuchen wie auch wir ganz selbstverständlich die tiefe Schlucht in Arizona besichtigen oder in den Gewässern Australiens abtauchen. Gut, es ist noch ein weiter Weg bis dahin, aber unvorstellbar ist es nicht. „Hinterm Horizont geht’s weiter: Ein Mann und sein Weg zum »waddensea.travel« Kosmos“ weiterlesen

Joke Pouliart wurde am 12. Mai 1968 in Düsseldorf, im Sternzeichen Stier, geboren. Seine Familie mütterlicherseits stammt aus Belgien, geboren und zur Schule gegangen ist er aber eigentlich im Rheinland. Das Leben und die Liebe verschlugen ihn an die Nordsee – erst nach Leer, dann für fast zwanzig Jahre auf die Insel Langeoog, und nun sind auch schon wieder vier Jahre herum, seitdem er in Carolinensiel einen neuen Lebensabschnitt startete. Und eines ist sicher: Wo immer Joke Pouliart seine Zelte aufgeschlägt, bringt er sich ein und hinterlässt Spuren. War er eigentlich schon immer so umtriebig?

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Was gefällt Dir an Ostfriesland, Joke?

Ich liebe die Naturlandschaft der friesischen Küste, meine Liebe zu dieser Region ist gewissermaßen grenzenlos. Die schließt natürlich auch Ostfriesland mit ein, was mir seit mehr als zwanzig Jahren zur Heimat geworden ist.

Was nicht?

Das ist schwer zu sagen. Da muss ich noch ein wenig drüber nachdenken.

Was gefällt Dir speziell an Carolinensiel-Harlesiel?

Carolinensiel ist ein Ort, an dem man noch hautnah die alte Geschichte der Sielhäfen erleben kann, in den Museen, am alten Hafen mit den Plattbodenschiffen. Das gefällt mir sehr, auch die Offenheit der Menschen hier.

Was nicht?

Mir gefällt nicht, wenn zu kurzfristig gedacht wird. Wenn man Entscheidungen trifft, ohne sich über die langfristigen Konsequenzen im Klaren zu sein. Wenn man leichtfertig die Kostbarkeit, die einem in dieser einmaligen Natur am Wattenmeer umgibt, verspielt.

Gibt es zu wenig oder zu viele Touristen in Ostfriesland?

Es ist weniger eine Frage der Zahl, sondern eine Frage von Qualität. Viel Potential sehe ich in Gästen, die sich für die einmalige Kultur und Natur Ostfrieslands interessieren, die Wert auf Nachhaltigkeit beim Reisen legen, und für ein qualitativ hochwertiges Angebot auch bereit sind, etwas mehr zu bezahlen. Ein Massentourismus mit Billigreisen an die Küste kann auch aus ökologischen Gründen nicht die Antwort für die Zukunft sein.

Soll der Tourismus in Ostfriesland internationaler werden?

International ist ein weiter Begriff. Ich denke da eher an die europäischen Länder, nicht an den asiatischen Raum. Und ja, ich kann es mir gut vorstellen, Spanier, Italiener, Franzosen in meinem Wattwanderzentrum in Harlesiel zu begrüßen. Mit der Schweiz klappt es ja schon gut.

Wohin geht es eigentlich am liebsten, wenn der eigene Urlaub ansteht?

Ich bin froh, wenn ich im Urlaub Zeit für die Familie und meine Kinder habe. Da spielt es für mich eigentlich keine Rolle, wo es hin geht. 

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Vielen Dank für das Gespräch, Joke!

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Fernweh made in Ostfriesland: Durch die Welt zu fliegen, über Land und Meer

Die See war von jeher die Heimat der Ostfriesen. Von ihrem schmalen Küstenstreifen oberhalb der unzugänglichen Moore zogen sie über viele Jahrhunderte hinaus aufs Meer, zum Walfang, aber noch viel häufiger für den Handel. Schon immer lockte die Menschen an der Küste die Ferne. So auch in Carolinensiel. Heute geht es dort recht beschaulich zu, entspannen sich Touristen in Cafés rund um den malerischen Museumshafen. Doch noch Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich hier der größte Sielhafen an der Nordseeküste, zentral gelegen zwischen Emden im Westen und Bremerhaven im Osten. Denn das später viel bedeutendere Wilhelmshaven gab es damals noch nicht. „Fernweh made in Ostfriesland: Durch die Welt zu fliegen, über Land und Meer“ weiterlesen

Premiere für Niedersachsen: Klimaneutral An- und Abreisen

Tourismus und Umweltschutz sind kein Widerspruch. Das beweist ganz aktuell Carolinensiel-Harlesiel mit einer Initiative zur Kompensation von CO2-Ausstoß, die jede PKW-Reise an die Nordseeküste unweigerlich mit sich bringt. Und das Auto ist für 90 Prozent der Gäste in Ostfriesland immer noch das Transportmittel der Wahl. Nur 10 Prozent der Touristen reisen mit der Bahn an. Zwar sind bei einer Autofahrt in heimische Gefilde die Umweltsünden nicht ganz so groß wie bei einer Fernreise mit dem Flugzeug, doch je nach Entfernung und bei jährlich 5,15 Millionen (2018) Menschen, die an der Nordsee Urlaub machen, summiert sich da Einiges an ausgestoßenem Kohlendioxid: dem Gas, das maßgeblich für den Klimawandel und den weltweiten Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich ist. „Premiere für Niedersachsen: Klimaneutral An- und Abreisen“ weiterlesen

Katastrophe vor Spiekeroog: Keine Rettung für die „Johanne“

Diese alte Schiffsglocke hat schon viel Tote betrauert. Einst hing sie auf der „Johanne“, dem Auswandererschiff, das vor über 150 Jahren tragisch vor der Insel Spiekeroog strandete. Von dort wird sie jedes Jahr nach Carolinensiel überführt und steht im Mittelpunkt einer Schiffsandacht, bei der an alle Menschen erinnert wird, die auf den Meeren dieser Welt ihr Leben gelassen haben. Für jeden Toten ein Glockenschlag. „Katastrophe vor Spiekeroog: Keine Rettung für die „Johanne““ weiterlesen

Wie gewonnen, so zerronnen: Beständig ist nur der Wandel

Vor 10000 JahrenWäre man vor zehntausend Jahren über Ostfriesland und die Nordsee geflogen, hätte man keine Küste gesehen, sondern Land. Denn die Nordsee ist ein relativ junges geologisches Meer. Damals war sie noch sehr klein in ihren Ausmaßen. Auch England gehörte noch zum europäischen Festland. Gut zu erkennen sind zu diesem frühen Zeitpunkt schon die Themse, der Rhein, die Weser und die Elbe, die heute noch natürliche Grenzen bilden. An der Doggerbank, die mittlerweile im Visier von Offshore-Investoren ist, mündeten sie alle in die Nordsee. „Wie gewonnen, so zerronnen: Beständig ist nur der Wandel“ weiterlesen

Carolinensiel: Gehen Sie auf Zeitreise mit dem Deichgraf

Mit Warften fing der Küstenbewohner einst an sich zu schützen gegen die gewaltigen Stürme der Nordsee. Wie sich aus diesen zarten Anfängen der Deichbau entwickelte, Sielorte und Groden entstanden, darüber informiert eine Zeitreise mit dem Deichgraf in Carolinensiel. Die erste fand heute statt, weitere folgen nach Weihnachten und noch fünf im neuen Jahr. Veranstaltungsort ist das „Groot Hus“ im östlichen Teil des historischen Sielhafens, direkt am stimmungsvollen Weihnachtsmarkt rund um den schwimmenden Tannenbaum. „Carolinensiel: Gehen Sie auf Zeitreise mit dem Deichgraf“ weiterlesen