… und bald ist Weihnachten: 111 x Lesezeit mit Orten in Ostfriesland!

Der Kölner Emons Verlag ist bekannt für seine originellen Reiseführer der 111-Orte-Reihe. Im Sommer 2022 ist mit „111 Orte in der Krummhörn, die man gesehen haben muss“ der neueste Band erschienen. Der kleinste und der größte Leuchtturm an der deutschen Nordsee stehen beide in der Krummhörn. Wie der berühmte „Otto-Leuchtturm“, ursprünglich ganz rot gestrichen, zu seinen drei gelben Streifen kam und damit zu seinem markanten rot-gelben Ringellook, an dem das Wahrzeichen Ostfrieslands schlechthin sofort zu erkennen ist, davon erzählt das Buch. Wie auch von dem „kleinen Bruder des Eiffelturms“, der seine Rekordhöhe als Leuchtfeuer einer zu seiner Bauzeit absolut modernen Stahlfachwerkskonstruktion zu verdanken hat.

Die Krummhörn ist ein Landstrich ganz im Nordwesten Deutschlands, nur durch die Emsmündung getrennt von den Niederlanden, die in Sichtweite genau gegenüber liegen. Die Krummhörn befindet sich nur wenige Meter oberhalb des Meeresspiegels und ist flach, sehr flach. Die Deiche sind die einzige Erhebung weit und breit. Das Land ist fruchtbares Marschenland, durchzogen von vielen Entwässerungsgräben und Kanälen. Selbst für ostfriesische Verhältnisse ist die Krummhörn nur dünn besiedelt. Der mit Abstand größte Ort ist Pewsum, und der hat gerade einmal 3.200 Einwohner. Doch kulturell ist die Krummhörn eine echte Größe. In fast jedem der Dörfer sind historische Kirchen mit imposanten Glockentürmen zu finden. Einzigartig ist ebenfalls die Zahl der historischen Orgeln, darunter auch eine der ältesten Orgeln der Welt von 1457 in Rysum.

Das 111-Orte Buch über die Krummhörn entführt nun in diese Landschaft mit sehr viel Horizont. Es geht zu jeder Menge rotem Backstein, grünen Parks und blauen Tiefs, zu den Krabbenkuttern von Greetsiel und auch zu Ub Iwerks und dem Dorf, aus dem die Vorfahren des Comiczeichners von Walt Disneys berühmter „Micky Maus“ stammen. Hollywood hat Ostfriesland, und speziell der Krummhörn, also viel zu verdanken…

Rund 25 kleine Dörfer bis kleinste Flecken der Krummhörn und 111 bemerkenswerte Orte, die dort zu finden sind, werden im Buch alphabetisch sortiert vorgestellt: Los geht’s mit Campen, dann folgen Canum, Eilsum, Freepsum, Greetsiel, Grimersum, Groothusen, Gross Midlum, Hamswehrum, Hauen, Hinte, Jennelt, Locquard, Manslagt, Pewsum, Pilsum, Rysum, Sielmönken, Upleward, Uttum, Visquard, Wirum, Woltzeten, Woquard und zum Schluss Wybelsum.

Der Autor Bernd Flessner, Wissenschaftler an der Uni Erlangen-Nürnberg, ist in Greetsiel aufgewachsen und kennt sich daher bestens mit den Orten seiner Kindheit aus. Seine Tochter Hannaha Flessner, Kunstgeschichtlerin und ebenfalls im Fränkischen Zuhause, hat ihn bei diesem Familenprojekt vor allem auch als Fotografin der 111 Bilder zu den Orten unterstützt.

Bernd Flessner, Hannah Fleßner: 111 Orte in der Krummhörn, die man gesehen haben muss
2022 |13,6 x 20,6 cm | 240 Seiten | ISBN 978-3-7408-1216-4 |18,00 € [DE] 18,60 € [AT]


***

Das olympische Feuer Ostfrieslands: Klinker aus dem Ringofen von Nenndorf

Mittendrin im flachen Ostfriesland steht ein echtes Unikat: der einzige Ringofen Europas, der mit Torf befeuert wird, und der noch in Betrieb ist. Im kleinen Nenndorf bei Westerholt erhebt sich ganz am Ortsrand ein langer Schornstein aus der Ebene. Er weist schon von Weitem den Weg in diese einmalige Ziegelei, die unter Architekten einen legendären Ruf genießt. Werden hier doch Backsteine gebrannt, die durch ihr Flammenspiel und die enorme Hitze des Ofens sehr markante und ausdrucksstarke Formen, Farben und Oberflächen liefern. Hier entstehen in aufwändiger Handarbeit kostbare Einzelstücke, fern von der Austauschbarkeit industrieller Serienfertigung. Der Wittmunder Architektur Torfbrand-Klinker wird „Das olympische Feuer Ostfrieslands: Klinker aus dem Ringofen von Nenndorf“ weiterlesen

Zurück in die Zukunft: Bricks oder Besser Bauen mit Backstein

Der Backstein ist wieder da! Heute heisst er ganz cool und sehr cosmopolitisch „Bricks“. Ob in Berlin oder bei den Trendsettern der internationalen Architekturszene: Der alte Baustoff der Ostfriesen ist schwer im Kommen. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass der kreative Zeitgeist auch in das Stammland der gebrannten Ziegel zurückkehrt. Denn nichts anderes ist Ostfriesland: The Home of Bricks. „Zurück in die Zukunft: Bricks oder Besser Bauen mit Backstein“ weiterlesen

Wolkenkratzer aus rotem Ziegel: Mutige Erstbesteigung in Hage

Ganz nach da oben soll es jetzt hinauf gehen: in die Spitze des Kirchturms einer ehrwürdigen, massiven Backsteinkirche. Ostfriesland Reloaded hat die seltene Gelegenheit genutzt, einen der ältesten Kirchtürme im Land zu besteigen, den der St.-Ansgari-Kirche in Hage. Der ist nicht nur hoch, sondern hat auch noch eine deutliche Schieflage. Doch bevor es hinauf geht, gilt es erst ein Mal den Eingang zum Glockenturm zu finden, und der versteckt sich ganz klein an der südlichen Seite des massiven Kirchturms. Die Tür ist offen: Hereinspaziert! „Wolkenkratzer aus rotem Ziegel: Mutige Erstbesteigung in Hage“ weiterlesen