111 Dinge über das Wattenmeer: Vom Mensch in grandioser Natur

Das Buch fällt schon ein bisschen heraus aus der meistens schreiend bunten Riege an Neuerscheinungen aus dem Emons Verlag: die „111 Dinge über das Wattenmeer, die man wissen muss“. Und der Titel verrät einem dann auch sofort, warum das so ist. Denn hier geht es um das Watt, im Original farblich eher dezent gehalten in sandbeige oder schlickgrau – und sofort zu erkennen am Cover, das ein welliger Wattboden ziert. Auf dem erhebt sich dann mittig auch ganz stilecht als glänzendes Relief ein kleiner Wattwurmhaufen. Der Clou dabei: Man kann ihn sogar fühlen!

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Atemraubende Bilder einer paradiesischen Landschaft

Das Wattenmeer ist ein Fest für die Augen. Und das versteht Fotograf Andreas Klesse im neuen Emons-Band auf 111 Bildseiten meisterlich zu feiern: Mit spektakulären Panoramen aus der Luft, beeindruckenden Motiven eines ganz besonderen Bodens und bezaubernden Tieraufnahmen hält er die Faszination dieser einmaligen Wildnis fest. Unglaublich – auch das ist ein Stück Deutschland!

Das Wattenmeer von oben: aus der Vogelperspektive

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Harlesiel: Wattwanderzentrum Ostfriesland in neuem Domizil

Dem gewaltigen Wattenmeer noch ein bisschen näher gerückt als bisher ist das Wattwanderzentrum Ostfriesland. Nach vielen Jahren im Erdgeschoss vom „Wattkieker“-Gebäude am Hafen von Harlesiel, hat es mit der Saison 2021 direkt am Zugang zum Strand Platz genommen. Es ist damit genau da, wo alle sind, die die weite Nordsee und die frische Brise genießen: ganz nah der Ebbe und der Flut.

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Im Portrait: Sandra Lüpkes – ganz oben mit Juist

Ein Spitzentitel. Das hatten sie in der Literaturagentur gleich gespürt: „Die Schule am Meer“ ist ein großer Wurf. Und sie sollten Recht behalten. Der Juist-Roman, mit dem Sandra Lüpkes in 2020 der Durchbruch in die oberste Etage der deutschen Belletristik gelang, spielte vom Start weg in der ersten Liga mit. 20 Wochen war die bewegende Geschichte vom reformpädagogischen Internat an der rauhen Nordsee unter den ersten 20 Titeln der Spiegel-Bestsellerliste zu finden. Wie erlebt die Autorin, die viele Jahre auf Juist lebte und in Ostfriesland ihre literarischen Anfänge machte, diesen großen Erfolg?

Ostfriesland Reloaded im Gespräch mit Sandra Lüpkes

Ostfriesland Reloaded: Frau Lüpkes, auf Ihrer Autorinnen-Website ist zu lesen, dass die Ideen für Ihre Bücher zu Ihnen kommen, man eine richtig gute Geschichte daran erkennt, „dass sie einen nicht mehr los lässt und sich beinahe von selbst zu erzählen scheint“. Wie kam „Die Schule am Meer“ zu Ihnen?

Sandra Lüpkes: Ich lebe zwar nicht mehr auf Juist, sondern mittlerweile in Berlin. Aber bei einer Lesung auf der Insel vor einigen Jahren sah ich im Küstenmuseum, das sich in einem der ehemaligen Internatsgebäude im Inselort Loog befindet, eine vergilbte Schautafel über die historische „Schule am Meer“, die mich neugierig machte. So begann ich mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Ich war mir anfangs gar nicht bewusst, und lange auch nicht sicher, dass und ob dieser Stoff einen Roman trägt. Ich habe mich dann im kalten Winter auf Juist vergraben, weiter geforscht und angefangen zu schreiben. Nach etwa achtzig Seiten stand für mich fest, dass diese Geschichte erzählt werden muss.

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Von Langeoog zur Literatur: Gabriele Wohmann

Sie gilt als die unangefochtene „Königin der Kurzgeschichte“. Immerhin hat sie mehr als 600 davon in ihrem Leben geschrieben, immer ganz nah am Zeitgeist und den absurden Dingen, die Menschen im Alltag so treiben. Zu ihren erfolgreichsten Zeiten gehörte sie wie die Schriftstellergrößen Grass und Böll zum literarischen Inventar der Bonner Bundesrepublik.

Die Schriftstellerin mit dem scharfen Blick auf die kleinen Dinge des Lebens war zeitlebens in Darmstadt zu Hause, dem Sitz des PEN-Zentrums und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Hier wurde sie am 21. Mai 1932 geboren, hier starb sie am 22. Juni 2015 im Alter von 83 Jahren. Doch sie, die so fest an ihrem heimatlichen Nest hielt, ist in ihren jungen Jahren Richtung Norden ausgeflogen – nach Langeoog.

Hierhin zog es sie gleich zweimal: 1950 als Abiturientin für ein Jahr und drei Jahre später nochmals zusammen mit ihrem Mann Reiner, den sie gerade geheiratet hatte. 1954 ging es nach dem zweiten Intermezzo auf Langeoog dann wieder endgültig zurück nach Darmstadt. Wie kommt aber ein junges Mädchen dazu, plötzlich auf ein Internat an die ferne Nordsee zu gehen?

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Fürstliche Feder: Caroline von Ostfriesland

Sie wurde mit sechzehn Jahren nach Ostfriesland verheiratet, als zweite Gattin des Fürsten Georg Albrecht. Carolinensiel, der heute so lebendige historische Hafen an der Küste, trägt ihren Namen. Als junge Witwe zieht sie 1740 zu ihrer älteren Schwester, der Königin von Dänemark, nach Kopenhagen. Dort wird ihre große Sammlung von Gedichten erstmals veröffentlicht.

Caroline von Ostfriesland ist eine der wenigen Schriftstellerinnen der Geschichte, auch der ostfriesischen, für die es Belege und Zeugnisse ihres Wirkens gibt. Denn lesen und schreiben, das war über viele Jahrhunderte weitestgehend Männern vorbehalten. Nur in den höchsten Rängen der Gesellschaft beherrschten Frauen das Alphabet. Ihre Bildung beschränkte sich zumeist auf sehr Gottesfürchtiges, dem Studium der Bibel. So wundert es nicht, dass sich auch Caroline von Ostfriesland als Schriftstellerin eher den frommen Themen widmete: „Geistliche Gedichte“ ist der Titel und Inhalt ihres Buches, das 1756 am dänischen Hofe herausgegeben wird.

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Im Portrait: Alfred Schmidt, ein Sammler aus Leidenschaft

Ins eiskalte Polarmeer zog es die Emder einst, um sich die Existenz zu sichern. Auch heute gibt es einen, der sich in der Stadt am Dollart auf die Jagd nach Grönlandwalen begibt. Allerdings nicht nach lebenden, sondern nach allem, was sich noch von dieser Zeit in Archiven, Büchern, auf Plakaten, alten Ansichtskarten und Stichen, in antiquarischen Zeitschriften und Zeitungen finden lässt. Die Rede ist von Alfred Schmidt, in Ostfriesland und weit über Ostfriesland hinaus bekannt als einer der renommiertesten Experten zum historischen Walfang.


Auch für Ostfriesland Reloaded hat er schon einen sehr lesenswerten Beitrag geschrieben: Tödlicher Walfang im kalten Eismeer.

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Inseln in Not: Von Eiswintern und Luftbrücken

Trotz modernster Technik und Fortschritt ist auch in unserem Jahrhundert der Schiffsverkehr mit den der ostfriesischen Küste vorgelagerten Inseln immer noch abhängig von den Naturgewalten. Nach Einsetzen des Frostes und besonders in strengen Wintern mit langanhaltenden Frostperioden, die das gefrorene Wattenmeer in bizarre Eislandschaften erstarren lässt, sind etwa durch das Aufschieben von großen Eisschollen, die Fährverbindungen zu den Inseln nicht aufrecht zu erhalten. Die Versorgung der Inselbewohner muss in einem solchen Fall auf andere Weise sichergestellt werden.Nur zu Fuß oder mit Schlitten, die über das Eis gezogen wurden, war es in den vergangenen Jahrhunderten möglich, die Inseln beziehungsweise das Festland zu erreichen. Bei Sturm und Schneegestöber, klirrendem Frost und eisigen Ostwinden waren in jener Zeit Gruppen von Menschen unterwegs, um sich vom Festland mit dem Nötigsten zu versorgen. Das änderte sich mit der Entwicklung der Luftfahrzeuge und es bot sich an, diese für die Inselversorgung zu nutzen.

Von Alfred Schmidt

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Was man wohl machen würde, wenn man Häuptling von Ostfriesland wäre? Das fragen wir in dieser Rubrik auch Alfred Schmidt. Aber vorher muss er erst noch sieben andere beantworten:

1. Was gefällt Ihnen an Ostfriesland, Herr Schmidt?

Mir gefällt die herrliche Weite des Landes, die Luft und die Menschen – und auch die Möglichkeit, ausgedehnte Spaziergänge am Deich zu erleben.

2. Was nicht?

Straßen, die von Schlaglöchern übersät sind.

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