Mehr Küste geht nicht: Mit dem Rad immer entlang der Nordsee

An den Küsten Mitteleuropas gibt es wohl kaum einen Landstrich, an dem man dem Meer über eine Strecke von 60 Kilometern so nahe kommen kann, wie in Ostfriesland. Da stören beim kräfigen Strampeln keine mehrspurigen Boulevards, da ist der Blick nicht ständig durch Hotels und Hochhäuser versperrt. Die gesamte Küstenlinie entlang der ostfriesischen Deiche ist Natur pur. Was vermutlich 2015 auch der Grund für Arte war, in seiner Serie „Unterwegs auf dem Nordseeküstenradweg“ mit den Radlegenden Rudi Altig (†), Jeannie Longo sowie Joey Kelly, hier so gut wie keinen Stopp einzulegen. Auf der zweiten Fernseh-Etappe, die das Trio von Emden nach Sylt führte, gab es am äußersten westlichen Ende Ostfrieslands einen Halt in Emden zur Teeverkostung, dann noch kurz beim „Otto“-Leuchttum in Pilsum, dann Schnitt – und schon fand man sich radelnd in Bremerhaven wider. Den gesamten Küstenabschnitt vor den ostfriesischen Inseln hatte die Sendung einfach übersprungen. Da habt ihr was verpasst, liebe Arte-Redakteure und Zuschauer der Sendung! „Mehr Küste geht nicht: Mit dem Rad immer entlang der Nordsee“ weiterlesen

Ein Blick hinter die Kulissen mächtiger Sieltore im Deich

Das flache Land hinter den Deichen ist eigentlich wie eine große Badewanne. Wenn man nicht täglich den Stöpsel zieht und Wasser aus dem Binnenland in die Nordsee laufen lässt, dann läuft sie unweigerlich irgendwann voll. Damit das nicht passiert, hat man in Ostfriesland über Jahrhunderte ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem entwickelt – eine kulturelle Hochleistung, die vielleicht noch mit den Terrassen der Inkas zu vergleichen ist, und den Menschen erlaubte, auf dem fruchtbaren Land hinter den Deichen zu siedeln und Ackerbau zu betreiben. „Ein Blick hinter die Kulissen mächtiger Sieltore im Deich“ weiterlesen

Im Profil: „Strandspaziergang“ mit dem Solar-Rollstuhl

Die blanke Lebenslust blitzt aus ihren Augen. Vor ihr der kilometerweite, weiße Strand von Spiekeroog, neben ihr Hund Emily und über ihr nur der endlos blaue Himmel dieses strahlenden Tags am Meer. Freiheit pur, das ist es, was sie spürt, und das ist für Andrea Krosse ein ganz seltenes Gefühl. Denn die attraktive Frau sitzt seit ihrem 21. Lebensjahr im Rollstuhl, als bei ihr eine seltene Muskelerkrankung, eine Polymyositis, zur Schwächung der Muskulatur vor allem an Armen und Beinen führte. Heute ist die 49-Jährige zwar gesund, doch die Behinderung wird Zeit ihres Lebens bleiben. Ein besonderes Leben, das sie zu meistern gelernt hat, auch dank der Unterstützung ihres Ehemanns Markus Baumjohann. „Im Profil: „Strandspaziergang“ mit dem Solar-Rollstuhl“ weiterlesen

Hermann Lietz-Schule auf Spiekeroog: Hinter den Kulissen eines außergewöhnlichen Internats

Wenn man über die Hermann Lietz-Schule (HLS) auf Spiekeroog schreibt, dann kommt man daran einfach nicht vorbei: das „Segelnde Klassenzimmer“. Dadurch ist das Internat von der ostfriesischen Insel überregional bekannt geworden, hier an der Nordseeküste wurde die einmalige Idee 1993 ins Leben gerufen. 25 Mal sind seitdem Schülergruppen zusammen mit ihren Lehrern und einer seemännischen Crew in die weite Welt gesegelt, haben ihr Schuljahr einfach auf dem Wasser fortgesetzt, staatlich anerkannt und nach gymnasialem Lehrplan. Wo kann man schon Mathematik und Physik ganz praktisch beim Segeln und Navigieren lernen, Geschichte und Politik auf den historischen Routen großer Entdecker nacherleben oder Erdkunde im Regenwald buchstäblich anfassen? „Hermann Lietz-Schule auf Spiekeroog: Hinter den Kulissen eines außergewöhnlichen Internats“ weiterlesen

Netzwerker der Nachhaltigkeit: Alles in Bewegung „auf Lietz“

Seit sieben Jahren leitet er die Hermann Lietz-Schule auf Spiekeroog: Florian Fock. Direktor dieses Internats inmitten einer weiten Dünenlandschaft zu sein, war schon immer etwas Besonderes. Viele von ihnen waren prägend in ihrer Zeit, die Meisten auch sehr lange im Amt. Sie haben alle die pädagogische wie wirtschaftliche Entwicklung ihres Hauses spürbar voran getrieben. So passt auch Fock in unsere Zeit: Sein Name steht bereits jetzt für eine Phase, in der die Schule sich stark mit allen Fragen der Nachhaltigkeit und der Verantwortung für das Wattenmeer beschäftigt und sich zunehmend als zentralen Ort für die Umweltbildung und -wissensvermittlung begreift. „Netzwerker der Nachhaltigkeit: Alles in Bewegung „auf Lietz““ weiterlesen

Eine Hausdame mit ganz viel Sanddorn im Dünen-Garten

Heidi Eisengarten ist die Hausdame im Hermann Lietz-Internat auf Spiekeroog. Wie bitte? Hausdame? Was ist das denn? Gut, man könnte auch Housekeeping Manager sagen. Das ist ein Begriff aus der Hotellerie und der trifft es eigentlich recht genau. Denn es geht hier ums Organisieren, um den reibungslosen Ablauf der kleinen Maschine „Lietz“ – und das Internat hat viel gemeinsam mit einem Hotelbetrieb. Der Arbeitsbereich einer Hausdame ist sehr vielfältig und in aller Regel im Management angesiedelt. Noch jeder Lietz-Direktor wusste um die Wichtigkeit dieser Funktion im Getriebe. „Eine Hausdame mit ganz viel Sanddorn im Dünen-Garten“ weiterlesen

Ausgesprochen revolutionär: Ein Landerziehungsheim am Meer

Der neue Mensch sollte gesund, bewusst und selbst bestimmt leben. Er strebte raus aus der Stadt und hinein in die Natur. „Anders leben“ war die Devise zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Es war die radikale Antwort auf die Auswüchse der Industrialisierung, die auch in Deutschland an vielen Orten zu spüren waren. Die „Reformbewegung“ umfasste nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Dazu gehörte auch die Erziehung und Bildung des Nachwuchses. Viele Dinge, die damals erprobt wurden, haben heute Eingang in die pädagogische Praxis gefunden – wie Gruppenunterricht, Waldschulen, Berufsschulen, musische Erziehung -, doch zu ihrer Zeit waren sie revolutionär. „Ausgesprochen revolutionär: Ein Landerziehungsheim am Meer“ weiterlesen