Hermann Lietz-Schule auf Spiekeroog: Hinter den Kulissen eines außergewöhnlichen Internats

Wenn man über die Hermann Lietz-Schule (HLS) auf Spiekeroog schreibt, dann kommt man daran einfach nicht vorbei: das „Segelnde Klassenzimmer“. Dadurch ist das Internat von der ostfriesischen Insel überregional bekannt geworden, hier an der Nordseeküste wurde die einmalige Idee 1993 ins Leben gerufen. 25 Mal sind seitdem Schülergruppen zusammen mit ihren Lehrern und einer seemännischen Crew in die weite Welt gesegelt, haben ihr Schuljahr einfach auf dem Wasser fortgesetzt, staatlich anerkannt und nach gymnasialem Lehrplan. Wo kann man schon Mathematik und Physik ganz praktisch beim Segeln und Navigieren lernen, Geschichte und Politik auf den historischen Routen großer Entdecker nacherleben oder Erdkunde im Regenwald buchstäblich anfassen? „Hermann Lietz-Schule auf Spiekeroog: Hinter den Kulissen eines außergewöhnlichen Internats“ weiterlesen

Atlantis in der Nordsee: Von Geburt und Untergang der Ostfriesischen Inseln

Eigentlich sind es ja insgesamt zwölf Inseln, die sich vor Ostfrieslands Küste aufreihen. Doch nur sieben davon sind durchgehend bewohnt und auch nur die werden zu den Ostfriesischen Inseln gezählt. Von West nach Ost wären das: Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge. Diese sind geologisch gesehen noch sehr jung und nichts anderes als flüchtige Gebilde aus Sand. Der hat sich nach und nach beim ewigen Hin- und Her des Wassers, den Gezeiten, auf einzelnen Wattsockeln abgelagert. Im Verlauf bildeten sich parallel zur Küste liegende Strandwälle, die dann von hoch spezialisierten Pionierpflanzen besiedelt und befestigt wurden. Aus dem Schwemmland entstanden Dünen, Salzwiesen, Pflanzendecken – und schließlich feste Inseln. „Atlantis in der Nordsee: Von Geburt und Untergang der Ostfriesischen Inseln“ weiterlesen

Sieben Inseln, auf Sand gebaut: Kleine Körnerkunde

Sand ist kein nachhaltiger Rohstoff. Er ist endlich wie das Öl der Erde. Er ist, neben Luft und Wasser, der meist gebrauchte Rohstoff der Welt. Ein mittlerweile kostbares Gut, nicht nur auf den Ostfriesischen Inseln – diesen fragilen Sandgebilden der Nordsee, die ihre Existenz auf eine äußerst mobile Unterlage gebaut haben. „Sieben Inseln, auf Sand gebaut: Kleine Körnerkunde“ weiterlesen

Die große Baggerei: Am Strand von Wangerooge

Der Sand ist knapp auf Wangerooge. Er fehlt quasi an allen Ecken und Kanten, und Anfang der Saision wurde er vor allen Dingen am Hauptbadestrand vermisst. Denn der hatte sich im Herbst unvermittelt in eine Steilküste verwandelt. Orkan Herwart und Xavier schlugen unbarmherzig zu und rissen rund 80 Prozent des Sandes an diesem Strandabschnitt weg. Ausgerechnet an der Stelle des Strandes, die zum Herz des Inseltourismus im Sommer zählt. Direkt unterhalb der zentralen Strandpromenade war das blanke Nichts. Wohin mit den Strandkörben, wohin mit den Gästen? Eine kleine Katastrophe für die Insel und Kurdirektor Christian Pollmann. „Die große Baggerei: Am Strand von Wangerooge“ weiterlesen

Ostfriesland Fiction: Von Horoskopen und anderen fantastischen Geschichten

Nun ist er auch schon wieder vorbei: der erste Monat in 2018. Immerhin gab es zum Abschluß eine Super-Blau-Blutmondfinsternis, eine ganz seltene kosmische Konstellation und gleich dreifaches Vollmondspektakel. Benannt ist der Januar nach dem römischen Gott Janus, dem Gott des Anfang und des Endes. Es ist ein Monat, in dem der Mensch sowohl zurückblickt wie auch gerne nach vorne schaut. Horoskope und andere Zukunftsweiser haben momentan Hochkonjunktur, schließlich werden jetzt die Weichen gestellt für das neue Jahr. Die spirituelle Lebensberatung hat dabei über die Jahrhunderte hinweg einen recht umfangreichen Instrumentenkoffer entwickelt. Der reicht von Kartenlegen und „Ostfriesland Fiction: Von Horoskopen und anderen fantastischen Geschichten“ weiterlesen

Tania Blixen: Tausendundeine Nacht auf Norderney

Norderney ist jenseits von Afrika und die Nordsee nicht der Indische Ozean. Und doch gibt es erstaunliche Gemeinsamkeiten. Denn bei Baronin Tania Blixen – seit dem Hollywoodfilm „Out of Africa“ die wohl berühmteste Kaffeefarmerin des kolonialen Kenias – wird die ostfriesische Insel zum Schauplatz einer Erzählung, die die orientalisch-afrikanische Tradition des Geschichtenerzählens zu neuem Leben erweckt und in sehr viel nördlichere Klimazonen verlegt.

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Weihnachten 1717: Die Nacht des Schreckens und Grauens

Nichts Böses ahnend ging man zu Bett an diesem 24. Dezember 1717. Die Familien hatten wie immer gemeinsam den Heiligabend gefeiert. Der Sturm, der im Laufe des Tages draußen immer heftiger aus West und später aus Nordwest blies, hatte sich zum späten Abend wieder gelegt. Der Mond stand im letzten Viertel, kurz vor einer Nipptide, die normalerweise nur eine schwache Flut bringt. Absolut keiner rechnete mit einer derart gewaltigen Sturmflut, wie sie dann nur wenige Stunden später die Menschen aus den Betten riss. So überraschend wie sie nachts kam, so grausam war sie, die „Weihnachten 1717: Die Nacht des Schreckens und Grauens“ weiterlesen

Großer Gott, wir fürchten Dich! Zwischen Predigt und PR

Noch heute steht das kleine Kirchlein auf seiner hohen Warft: Die Pfarrkirche von Resterhafe ragte am Weihnachtsmorgen 1717 wie eine Insel aus dem reißenden Wasser der Nordsee, das durch die gebrochenen Deiche bis weit hinter Dornum strömte. Der Bericht des Pfarrers aus jenen verzweifelten Tagen gehört zu den eindrücklichsten Beschreibungen, die von der historischen Weihnachtsflut überliefert sind. Johann Christian Hekelius, damals dreißig Jahre alt, schilderte in seiner Chronik, die „Ausführliche und ordentliche Beschreibung derer beyden erschrecklichen und fast nie erhörten Wasserfluthen in Ostfriesland Und denen meisten an der Nord-See gelegenen Schönen Ländern…“, das ganze Ausmaß der Katastrophe. „Großer Gott, wir fürchten Dich! Zwischen Predigt und PR“ weiterlesen

Der Tag, an dem Juist endgültig in zwei Teile zerbrach

Sie hatten alle gemeinsam den Heiligabend gefeiert auf Juist. Es ist 1717, man sitzt zusammen in der noch nicht ganz fertig gestellten Kirche von Bill, im Westen der Insel. Nach dem Weihnachtsgottesdienst machen sich die Einwohner aus dem Osten der Insel, vom Ortsteil Loog, auf den Heimweg. Sie sollten nie zu Hause ankommen. 28 Menschen kostete dieser Spaziergang ihr Leben, die einzigen Todesopfer der Ostfriesischen Inseln während der Weihnachtsflut. Denn diese sind erstaunlich glimpflich davon gekommen. „Der Tag, an dem Juist endgültig in zwei Teile zerbrach“ weiterlesen