Keine Panik auf der Titanic: Noch gehen die Ostfriesischen Inseln nicht unter

Der Klimawandel steht nicht mehr vor der Haustür, wir sind längst schon mittendrin. Während in den Alpen die Gletscher abschmelzen, kämpft die deutsche Nordseeküste vor allen Dingen mit der Zunahme von Wetterextremen: Die Zahl der Sturmfluten pro Jahr häuft sich erkennbar. Wie gerade jetzt gesehen und geschehen als das Orkantief „Nadia“ über den Norden Deutschlands mit bis zu 144 Stundenkilometern hinwegfegte. Drei weitere Sturmfluten hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits für diese Woche angekündigt. Besonders betroffen und getroffen hat es wieder einmal die Ostfriesischen Inseln, sind diese doch direkt den Gewalten der Nordsee ausgesetzt.

Der NLWKN schützt sie mit insgesamt 35 Kilometern Hauptdeichen, die meistens Richtung Süden gegen das Wattenmeer gerichtet sind, und mit 97 Kilometern Schutzdünen und Sicherungsbauwerken Richtung Norden zur offenen See. Mehr als 9 Millionen Euro hat man allein 2020 insgesamt für Küstenschutzmaßnahmen auf den Inseln investiert, getragen von Bund und Land gleichermaßen. Dabei stehen die Inseln Langeoog und Wangerooge seit Jahren im Fokus. Bei der einen sind es die Trinkwasser-Brunnen hinter den Dünen im Pirolatal, die bei Dünendurchbruch von Versalzung bedroht wären. Bei der anderen ist es der zentrale Hauptstrand vor Promenade und Panoramacafé, der immer wieder weggerissen wird. Die Arbeit der Küstenschützer auf den Eilanden im Wattenmeer gleicht der eines Sisyphos: Statt einen Stein den Berg hinauf, spülen und baggern sie Jahr um Jahr immer wieder neuen Sand heran.

Auch wenn die gewaltige Brandung, die hohen Abbruchkanten am Strand, der tosende Wind dramatische Fernsehbilder liefern, sind Sturmfluten für Insulaner erst einmal nichts Neues und bedeuten nicht gleich den Welt-, pardon, den Inseluntergang. Neu ist vor allen Dingen die Häufigkeit der Ereignisse. Die Küstenschützer kommen kaum noch nach, der Nordsee Hunderttausende von Kubikmetern Sandpolster zum Fressen zu reichen. Nicht der „Blanke Hans“, sondern die „Hungrige Grete“ müsste man sie eigentlich nennen. Mehr zu den reißenden Kräften der unbändigen Natur erfahren Sie im neuen „Sturmfluten“-Spezial von Ostfriesland Reloaded:

The Day After: Langeoog nach Orkantief „Nadia“

Küstenschützer: Keine Gefahr für die Süßwasserlinse

Wieder weg: Der Hauptstrand von Wangerooge

Sturmflutopfer: Eine Kegelrobbe auf Abwegen

Wer bei der „Suche nach Schlagwörtern“ rechts in der Seitenleiste „Sturmfluten“ anklickt, wird eine Reihe von Artikeln zum Thema finden: Sehr viele Beiträge sind der historischen Weihnachtsflut von 1717 gewidmet, der größten Flutkatastophe der Neuzeit an der norddeutschen Küste. Unbedingt empfehlenswert im Zusammenhang mit Sturmfluten ist ein Beitrag vom Dezember 2017, der nichts von seiner Relevanz verloren hat: „The“Great Wall“: 610 Kilometer Deich schützen unser Land.

Viel Spaß beim Lesen!

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