Heiß geliebt und in Bronze gegossen: Lale Andersen

Bronzefiguren zählen in der Kunst zur Gattung der Bildhauerei. Doch gehauen wird hier in aller Regel nichts, sondern gegossen. Auch die wohl meist fotografierte Bronze Ostfrieslands, das Lale Andersen-Denkmal unter dem Wasserturm von Langeoog, ist ein Bronzeguss. Das Modell dazu fertigte die Langeooger Goldschmiedin und Künstlerin Eva Recker an. Pünktlich zum 23. März 2005, dem 100. Geburtstag des Weltstars, wurde die Skulptur feierlich eingeweiht. Die Sängerin der „Lili Marleen“ hatte sich auf der ostfriesischen Insel kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieg niedergelassen, hier war sie bis zu ihrem Lebensende Zuhause. Obwohl sie im Alter von 67 Jahren am 29. August 1972 in Wien starb, wurde sie auf eigenen Wunsch in den Dünen von Langeoog begraben.

Unter großer Anteilnahme der Insulaner geschah das. Bis heute ist Lale Andersen noch tief im Gedächtnis der Nordsee-Insel verwurzelt, wie auch ein eigener Raum, den das Langeooger Heimatmuseum ihr in großer Anerkennung widmet, belegt. Jede Woche erklingen ihre Lieder und Evergreens aus hunderten von Kehlen beim beliebten Dünensingen So war es vielleicht nur eine Frage der Zeit bis man der mit Abstand berühmtesten Frau der Insel ein eigenes Denkmal stiftete. Mittlerweile ist die Bronzefigur von Eva Recker fast ebenso bekannt wie der Wasserturm, das Wahrzeichen Langeoogs, hinter ihr. Wer zu ihm will, muss auch an ihr vorbei. Denn die Lale Andersen aus Bronze steht rank und schlank an der Laterne, die sich direkt vor dem Geschäftsgebäude der Familie Recker, der Inselgoldschmiede & Schmuggelkiste, befindet – und damit in überaus zentraler Lage des Inseldorfs.


Bronze – ideal für Kunst am Meer

In Bronze ist vor allen Dingen eins ganz viel drin: Kupfer. Davon enthält der metallische Werkstoff mindestens 60 Prozent. Denn im Gegensatz zu Gold oder Silber ist Bronze eine Legierung, das heißt, sie wird mit anderem Material gemischt. Meistens kommt Zinn hinzu, aber auch Phosphor oder Blei werden zu Bronzen verschmolzen. Fügt man allerdings Zink zu Kupfer, dann erhält man keine Bronze, sondern Messing.

Bronze ist leicht glänzend und hat eine warme weiche Farbe, ein Gold- bis Rotbraun. Sehr alte Denkmäler, die gerostet sind, haben ein grünlich-blaues Aussehen mit dunklen Stellen. Bronze zeichnet sich mit seinem Zinnzusatz durch hohe Festigkeit aus. Zudem ist sie korrosions- und meerwasserbeständig, was sie ideal für den Einsatz in salziger Meerluft macht, und sicherlich auch ein Grund für ihre Beliebtheit in Ostfriesland ist.

Beim Bronzeguss wird flüssige Bronze in eine Form gegossen. Herstellen kann man damit vieles wie Glocken, Spiegel, Schmuck und Werkzeuge oder auch Kanonen. In der Kunst werden sie für Plastiken eingesetzt wie das Denkmal der Lale Andersen. Aus dem Modell, an dem Eva Recker arbeitet, entstand später die Hohlform, in die die heiße Legierung aus Kupfer und Zinn gegossen wurde.

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Und noch etwas

Cover 111 Orte LangeoogWer mehr über das Leben der Lale Andersen und über Langeoog erfahren will, dem sei das Buch 111 Orte auf Langeoog, die man gesehen haben muss aus dem Emons-Verlag ans Herz gelegt. An dem ist Ostfriesland Reloaded nicht ganz unbeteiligt, und kann es nur empfehlen wie die Bilder zum Text von Andreas Klesse.

Petra Wochnik, Emons Verlag, 20. Februar 2020, 16,95 Euro

 

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