Himmlisch: Eine Nacht im Schlafstrandkorb

Allein mit den Naturgewalten, direkt unter dem Sternenhimmel, das Meeresrauschen der Nordsee in den Ohren? Ja, genau dieser alte Traum wird auch in dieser Saison wieder wahr. Am paradiesischen Strand der Weißen Düne auf Norderney stehen seit letztem Jahr zwei Strandkörbe, in denen man schlafen kann: so breit wie ein Doppelbett und sehr viel bequemer als ein Schlafsack. Denn ein wenig kleines Abenteuer schwingt schon mit, wenn man die Natur, die Nacht und die Nordsee fast ganz für sich allein hat, über sich nur leuchtende Sterne und vor sich neugierige Möwen.

Am Strand schlafen – so komfortabel war das bisher nicht möglich. Denn dieser ganz besondere Strandkorb ist ein wahres Luxusbett im Sand: 1, 30 Meter breit und 2,40 lang bietet er bequem Platz für zwei Erwachsene, am Kopfende sogar Ablagemöglichkeiten für ein paar persönliche Kleinigkeiten. Wer nachmittags zur Schlüsselübergabe an der Strandkorbvermietung der Weißen Düne ankommt, der bekommt erst einmal eine Einweisung für den Schlafstrandkorb und muss sein Bett für die Nacht beziehen. Die blütend weiße Bettwäsche wird gestellt und auch sonst ist für die Übernachtungsgäste am Strand bestens gesorgt: Es gibt Schließfächer für das kleine Gepäck, eine Toilette für das Notdürftigste in Fußnähe und einen Schlüssel zum Abschließen des neuen Heims. Das Öffnen und Schließen des Korbes geht erstaunlich einfach: Schnell hat man den Bogen raus und biegt sich das Gestell mit der wasserdichten Plane nach hinten und ebenso leicht wieder nach vorne.

So ist der Schlafstrandkorb beides: ein Sternenausguck im Freien oder eine wetterfeste Schlafhöhle. Je nach Wetterlage – und die kann man sich bekanntlich nicht immer aussuchen. Wenn es draußen nicht gerade in Strömen regnet, lässt es sich aber bei fast jedem Wetter gut darin aushalten. Im Abstand von zirka 20 Metern sind die zwei Schlafstrandkörbe der Weißen Düne positioniert. Nah genug, um sich in der dunklen Nacht nicht ganz verlassen am Rande der Dünenlandschaft zu fühlen, die einige Kilometer außerhalb des Inselzentrums liegt; aber auch weit genug auseinander, um sich ganz allein mit den Nordseewellen und dem Firmament zu wähnen. Die beiden Schlafstrandkörbe stehen jeweils auf einem eigenen kleinen Bohlenpodest, das von der Strandkorbvermietung bequem über einen etwa hundert Meter langen Fußmarsch auf dem Hauptbohlenweg entlang des Strandes zu erreichen ist.

Mit der Zeit wird es merklich ruhiger am Strand. Letzte Sonnenbadende verlassen ihre Strandkörbe des Tages, späte Strandwanderer ziehen noch des Weges, Möwen setzen sich neugierig auf den Bohlen nieder, und dann ist es plötzlich still um einen. Die beste Zeit für eine besinnliche Abendwanderung am Wellensaum: Der rote DLRG-Sitz ist unbesetzt, das Wasser umspült zart die Füße und nur noch die historischen Strandkarren sind stumme Zeugen der eigenen Anwesenheit. Das Abendleuchten am Horizont macht langsam Platz der dunklen Nacht. Und die kann im Zweifelsfall – wenn der Sternenhimmel ausgerechnet jetzt bedeckt ist – sehr dunkel sein. Aber dafür ist man dank Veranstalter bestens ausgestattet. Eine kleine Petroleumlampe baumelt im Gestänge und leuchtet hell, schnell noch ein paar Botschaften und Fotos als Beweis an die Welt da draußen verschickt, und schon macht man es sich kuschelig in der kleinen Korbhöhle. Bis alles erzählt ist, ab und an noch ein Möwenkreischen erklingt, und einen das ewige Rauschen der heranbrandenden Nordsee langsam in den Schlag wiegt.

Es liegt und schläft sich gut im Schlafstrandkorb am Strand der Weißen Düne. Auch früh am Morgen ist die Stimmung ganz zauberhaft. Ausgestreckt in den weißen Laken schaut man aus dem Innern des geschlossenen Schlafstrandkorbs durch viele runde Luken hinaus in die Helligkeit der ersten Stunden. Wendet nur den Kopf und sieht neben sich das noch verlassene Volleyballfeld des Badesstrandes, blickt geradeaus hinaus auf die Wellen und sieht neben sich ein weiteres Gesicht blinzeln – und schläft nochmal ein. Bis 10:00 Uhr muss man nach einer „Nacht im Schlafstrandkorb“ spätestens sein lieb gewonnenes Korb-Domizil verlassen. Wer sich noch etwas ganz Besonderes gönnen möchte, der genießt nun ein Frühstück direkt am Strand. Am Abend vorher im Restaurant Weiße Düne oben am Dünenhang bestellt, wird es direkt am Strand serviert. Und das ist der Clou: Gespeist wird in einem der historischen Strandkarren.

Eine Nacht im Schlafstrandkorb auf Norderney ist ein unvergessliches Erlebnis und entsprechend nachgefragt. Die zwei Schlafstrandkörbe sind bis zum 14. August 2018 fast komplett ausgebucht. Es gibt nur noch wenige freie Zeitfenster, wie ein Anruf bei der Strandkorbvermietung der Weißen Düne ergab. Also beeilen! Oder jetzt schon für nächstes Jahr buchen. Der innovative Schlafstrandkorb hat 2016 den Deutschen Tourismuspreis gewonnen. Norderney war eine der ersten Urlaubsdestinationen, die diese Attraktion in ihr Programm aufgenomen haben.

***

Und noch etwas

Eine Nacht im Schlafstrandkorb auf Norderney kostet 79,00 Euro. Er kann frühestens um 15:00 Uhr bezogen werden. Wer ihn schon den Tag vorher nutzen will, kann dieses ab 11:00 Uhr tun, und bezahlt dafür insgesamt 95,00 Euro. Frühstück ist optional bestellbar. Der Buchungszeitraum ist in 2018 vom 13. April bis zum 9. September. Die „Zimmervermittlung“ ist über die Telefonnummer 04932/891-300 erreichbar. Weitere Informationen gibt es unter www.norderney.de/schlafstrandkorb

Strandkorbbilder im Beitragskopf – Copyright: Tourismusmarketing Norderney

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