Ohne Torf geht’s auch – Gärtnern für den Klimaschutz!

Zum Heizen braucht man Torf nun wirklich nicht mehr und auch sonst gibt es gute Gründe auf das organische Material zu verzichten. Denn beim Abbau des Stoffes, aus dem die Moore sind, wird gefährliches Treibhausgas frei gesetzt. Und das in Mengen, die überraschen. Besonders in Niedersachsen ist der Anteil der Moore am gesamten Kohlenstoffdioxid (CO2)-Ausstoß groß. So sah sich das Land 2017 veranlasst ein eigenes Schutzprogramm ins Leben zu rufen, mit dem Ziel moorbedingte CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Denn hinter den idyllischen Naturlandschaften verbergen sich wahre Klimakiller.


Gut zu wissen

Moore bedecken nur 3 Prozent der Landfläche unserer Erde, doch sie speichern doppelt soviel Kohlenstoffdioxid wie alle Wälder auf der Erde zusammen genommen. In deutschen Mooren werden laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) durch Trockenlegung und Torfabbau rund 42 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Das entspricht rund 4,5 Prozent sämtlicher Treibhausgasemmisionen Deutschlands. Zum Vergleich: Der gesamte Autoverkehr in Deutschland verantwortet etwa 25 Prozent des Treibhausgasausstoßes. In Niedersachsen liegt der Anteil der aus Mooren stammenden CO2-Emissionen mit 10,6 Tonnen bei überdurchschnittlichen 11 Prozent.


Moore sind riesige, über Jahrtausende entstandene CO2-Speicher. Fallen sie trocken oder werden sie ganz gezielt entwässert, um Torf zu gewinnen, reagiert der gespeicherte Kohlenstoff mit dem Sauerstoff der Luft zum gefährlichen Treibhausgas, der für den Klimawandel auf der Erde verantwortlich ist. Moormanagement ist daher für die Politik das Gebot der Stunde. Die niedersächsische Regierung hat sich die Optimierung des Wasserhaushaltes von Mooren zum Ziel gesetzt und dazu bereits einige Modellprojekte angestoßen. Umweltschützer und Wissenschaftler möchten möglichst viele ursprüngliche Moorflächen wieder vernässen.

 

Ein anderes Ziel der neu ausgerichteten Politik in Sachen Moor und Torf richtet sich an den Verbraucher, an Gartenbetriebe und Hobbygärtner. Diese werden schon seit langem von Umweltschützern aufgefordert, auf den Verkauf oder den Einsatz von Torf zu verzichten. Allerdings mit einem anderen, nicht minder schlagkräftigem Argument: dem Raubbau an der Natur. Denn damit im Moor 1 Meter Torf wächst, dauert es 1.000 Jahre! Einmal zerstört, braucht es Jahrzehnte bis es wieder mit den typischen und selten Pflanzen- und Tierarten besiedelt ist und Jahrhunderte bis das komplette Ökosytem wieder hergestellt ist. Wer Torf kauft unterstützt ein System, das für kurzfristigen Profit einen Schatz zerstört, der über Jahrtausende gewachsen ist, lautet die mahnende Botschaft.


Gut zu wissen

In Deutschland werden jährlich zehn Millionen Kubikmeter Torf verbraucht. Zweieinhalb Millionen davon gehen an deutsche Freizeitgärtner. Die Blumenerde in den Gartencentern stammt jedoch selten aus Deutschland, sondern kommt inzwischen meistens aus dem Baltikum oder Russland, deren riesige Moorflächen mittlerweile zum Ausverkauf stehen. Zudem steckt in dem Sack „Blumenerde“  in aller Regel fast auschließlich Torf. Ein Etikettenschwindel, auf den ein mündiger Verbraucher nicht hereinfallen sollte.


Fangen Sie also mit dem Klimaschutz am Besten bei sich zu Hause an, im heimischen Garten. Versuchen Sie, auf Torferde weitestgehend zu verzichten. Mittlerweile gibt es günstige Alternativen, die ähnlich bodenverbessernde Eigenschaften bieten wie der Torf. Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost (Rinden- oder Grünschnittkompost), Rindenhumus und Holzfasern (aus Nadelhölzern oder Kokos) hergestellt.  Vorsicht ist geboten bei Produkten, die mit „torfarmer“ oder „torfreduzierter“ Erde werben. Auch diese enthalten zumeist noch einen Torfanteil von 60 bis 80 Prozent. Eine Liste von Herstellern mit torffreier Erde hat der BUND unter www.bund.net/torffrei zusammengestellt.

Torfverweigerung ist Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Artenschutz in einem

In Deutschland sind nur noch kleine Reste der einst großen Moore übriggeblieben, die ein Mal zwanzig Prozent der gesamten Fläche des Landes bedeckten.In den letzten beiden Jahrhunderten wurden 95 Prozent der deutschen Moore zerstört und mit ihnen eine einzigartige Naturlandschaft mit hoch spezialisierten Tieren und Pflanzen. Dazu gehören etwa der Birkhahn, der Moorfrosch, der Rotschenkel und die Sumpfohreule, das Wollgras, der Sonnentau und über 60 verschiedene Torf- und Bleichmoose.

 

Alleine wegen dieser besonderen Arten lohnt es sich, die wenigen noch vorhandenen Moore vor dem weiteren zerstörerischen Abbau von Torf zu schützen. In Ostfriesland, in Niedersachsen, in Deutschland und in anderen Regionen unserer Erde.

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Useful Links:

https://www.planet-wissen.de/natur/landschaften/lebensraum_moor/pwiedermenschunddasmoor100.html

http://www.expedition-moor.de/fuer_alle/index.php?hauptnavigation_id=27&menue_id_gewaehlt=15&lernstufe_tmp=3&lernstufe=0&datei=inhalt&seite_id=12&seite_nummer=10

 

 

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