Blick in eine düstere Zukunft: Friesisches Inferno

Eine Dystopie ist eine in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang lehrt uns Wikipedia. Seit letztes Jahr hat auch Ostfriesland seinen fantastischen Zukunftsroman: „Friesisches Inferno“. Sein Autor ist Peter Gerdes, Leiter der überregional bekannten Ostfriesischen Krimitage, Herausgeber und selbst Verfasser vieler, oft preisgekrönter Buchtitel. Und wer bisher gedacht hat, Krimis wären dessen bevorzugte Gattung, der lernt aus einem Interview mit der Nordwest Zeitung, dass eigentlich Science Fiction schon früher sein Lieblingsgenre war, ihn Klassiker wie Lem, Asimov oder Philip K. Dick immer gefesselt haben, „diese Streifzüge ins Ungewisse, Unerforschte. Faszinierend fand ich auch die Mischung aus Spannung und gesellschaftlicher Relevanz.“

Friesisches Inferno_Cover„Friesisches Inferno“ wirft den Blick in eine düstere Zukunft, fünfzig Jahre nachdem eine globale Katastrophe die Welt zerstörte und auch Friesland im Chaos versank: „Seitdem kämpft die dezimierte Bevölkerung auf der vom Rest der Welt isolierten Halbinsel ums Überleben. Ein brutaler Kampf jeder gegen jeden; Recht und Gesetz sind nur noch blasse Erinnerungen. Räuberbanden machen jede Überlandreise zum todbringenden Abenteuer, selbsternannte Häuptlinge beginnen ihre Machtbereiche mit Gewalt zu erweitern, religiöse Eiferer verbreiten Terror.“

Die Verlagsankündigung beschreibt eine Gesellschaft der Gewalt, für die Menschen ist es ein „Kampf ums Überleben im Chaos“, so der Untertitel. Den bestreiten stellvertretend für den guten Teil der überlebenden Menschheit auf der ostfriesischen Halbinsel die zwei Protagonisten des Buches, Helm und Gander.

Das ungleiche Doppel – der eine ist ein erfahrener Recke, der andere ein Heranwachsender mit besonderen Fähigkeiten – kämpft sich trickreich und tapfer durch das verwüstete Küstenland, angetrieben von ihrer Mission, dem einzigen Weg in eine bessere Zukunft. Ein wenig erinnert das Szenario an die Gefährten aus dem Herr der Ringe, man denkt unwillkürlich an Gandalf und das Auenland, und eine Karte zum Buch gibt es in der friesischen Variante auch. Die ist nicht ganz so frei erfunden wie bei dem Ringe-Autor Tolkien, sondern hält sich eng an die geografischen Linien der ostfriesischen Halbinsel unserer Tage, was für Ortskundige auch den besonderen Reiz beim Lesen ausmacht. Denn die Handlungsorte der Fiktion lassen sich leicht den Originalen von heute zuordnen: Greetland, Auck oder Wilmshaven heißen sie nun im Land des Infernos durch das unsere zwei wackeren Helden ziehen.

Ein Buch mit Wiedererkennungswert. Mehr möchte Ostfriesland Reloaded an dieser Stelle nicht verraten. Eine Leseprobe der friesischen Endzeitstory gibt es hier. Wer auf den Geschmack gekommen ist und die fantastische Geschichte über die Zukunft an einer zerstörten Nordseeküste weiterlesen will, kann den Roman für 12,00 Euro im Buchhandel erwerben. Er ist im April 2017 im Leda-Verlag mit der ISBN-Nummer 978-3-86412-209-5 erschienen.

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