Carolinensiel: Gehen Sie auf Zeitreise mit dem Deichgraf

Mit Warften fing der Küstenbewohner einst an sich zu schützen gegen die gewaltigen Stürme der Nordsee. Wie sich aus diesen zarten Anfängen der Deichbau entwickelte, Sielorte und Groden entstanden, darüber informiert eine Zeitreise mit dem Deichgraf in Carolinensiel. Die erste fand heute statt, weitere folgen nach Weihnachten und noch fünf im neuen Jahr. Veranstaltungsort ist das „Groot Hus“ im östlichen Teil des historischen Sielhafens, direkt am stimmungsvollen Weihnachtsmarkt rund um den schwimmenden Tannenbaum.

Veranstalter ist das Wattwanderzentrum in Harlesiel, das mit diesem Programm alle Interessierte aus der Region über eine der größten Naturkatastrophen an der Nordseeküste informiert: die Weihnachtsflut von 1717. Carolinensiel gab es zu dieser Zeit noch nicht, denn der Ort ist erst 1730 gegründet worden. Aber genau hier ist die passende Stelle um über die Entstehung von Sielorten und Groden zu berichten und zu erklären, wie aus neu eingedeichten Flächen Land gewonnen wird. Die Zahlen in den blauen Flächen des Bildes unten geben jeweils die Jahre an, an denen die ursprünglich bis weit ins Land reichende Harlebucht immer weiter geschlossen wurde, bis schließlich Carolinesiel und später Harlesiel entstanden.

800px-Harlebucht_Plan
Statistiken über die Weihnachtsflut 1717 geben Auskunft über die Situation im Amt Wittmund nach der Katastrophe: Die Kirchspiele Funnix, Berdum und Buttforde hatten damals 243, 113 und 17 Tote zu beklagen, insgesamt also 373 Opfer. Die Goldene Linie trennte seit 1666 das ostfriesische Harlingerland von der Herrschaft Jever einschließlich des heutigen Wangerlandes. Hier gab es eine unglaublich hohe Zahl an Todesopfern: Insgesamt 1.294 Personen verloren in der Herrschaft Jever während der verheerenden Sturmflut ihr Leben.
Ein Eintrag des Wittmunder Pastors Hieronymus Brückner in seiner Chronik des Kirchenjahres 1717 weiß auch von folgender Rettung vieler Unglücklicher zu berichten:
>>… so trüg sichs wenig Tage nach der Wasser-Fluht, nemlich am 30. Dec. 1717 zu, daß ein gantzes Ever-Schiff voll verarmter, verhungerter und nackender Menschen, und bald hernach noch eine Parthey dergl., in summa ad 80 Personen, groß und klein, alt und jung, von Funniks und dasiger Gegend herum versammelt, zu uns nach Wittmund angelandet worden.<<
Alle diese Informationen sind einer Sonderpublikation zu entnehmen, die von den Oldenburger und Ostfriesischen Landschaften und Deichverbänden gerade gemeinsam herausgegeben wurde. Sie begleitet eine Wanderausstellung zu Land der Friesen – 300 Jahre Weihnachtsflut, die am 5. Dezember in Dangast eröffnet wurde und noch viele Monate bis zum 6. Mai 2018 an verschiedenen Orten in der gesamten Küstenregion zu sehen sein wird.
Machen Sie doch einfach beides: Besuchen Sie die „Zeitreise mit dem Deichgraf“ in Carolinensiel und gehen in die große Wanderausstellung zur Weihnachtsflut von 1717!
Tannenbaumreihe

 

Für die „Zeitreise mit dem Deichgraf“ ist eine Anmeldung erforderlich unter http://www.wattwanderzentrum-ostfriesland.de oder direkt im Wattwanderzentrum (im Wattkieker) in Harlesiel. Erwachsene zahlen 10,00 Euro, Kinder 6,00 Euro. Die Termine sind:

Samstag, 16.12.2017 16:1517:45 Uhr
Dienstag, 26.12.2017 16:1517:45 Uhr
Samstag, 30.12.2017 16:1517:45 Uhr
Samstag, 10.02.2018 16:1517:45 Uhr
Freitag, 16.02.2018 16:1517:45 Uhr
Samstag, 24.02.2018 16:1517:45 Uhr
Freitag, 02.03.2018 16:1517:45
Freitag, 16.03.2018 16:1517:45

 

Telefon: 0173 / 9978231 | E-mail: info@wattwanderzentrum-ostfriesland.de

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