„Söhne des Nordens“ on tour: Ostfrieslands beste Boygroup

Sie sind wieder unterwegs: Kreuz und quer durch Ostfriesland geht die winterliche Konzertreise der Band, machen die „Söhne des Nordens“ wieder Stopp in den Kirchen der Region. Hinter manch altehrwürdiger Backsteinmauer erklingt dann der ganz besondere Sound der vier Vollblutmusiker: Rhythm and Blues, Liedermacherklänge und im besten Sinne Heimatlieder. Doch wer ein klassisches Weihnachtskonzert erwartet, der ist bei der aktuellen Tour „Auf zu neuen Ufern“ an der falschen Stelle. Auch wenn es im Programm der „Söhne“ durchaus die ein oder andere weihnachtliche Einlage gibt:

Dann setzen die Herren auf der Bühne ihre roten Weihnachtsmützen auf und der Schnee kann fallen, wenn auch nur als Lightshow im Hintergrund: „Let it snow, let it snow, let it snow“! Fehlen darf natürlich auch nicht der Weltbestseller unter den Weihnachtsliedern, „Last Christmas“ von George Michael, selbstverständlich in neuem Arrangement und mit neuem Text: „Lars kriegt nix“, als Swing, Reggae oder auch mal in der alpenländischen Version.

SDN_WebsiteDrei Stimmen, zwei Gitarren, ein Akkordeon – dahinter stecken Oliver Jüchems, Helmut Bengen und Holger Billker. Allesamt bekannte Musiker und Könner ihres Fachs, der eine im Rhythm & Blues zu Hause, der andere in der Welt von Hannes Wader und Element of Crime, der dritte in der Klangwelt von Fernweh und Sehnsucht, wie sie nur ein Akkordeon zum Erklingen bringen kann. Der vierte im Bunde ist Jens Meints, wie einst Ringo Starr eher im Hintergrund mit dezenter Percussion wie auf der Website zu lesen ist, der sichere Hafen für die drei Frontmänner und Sänger an den Mikrofonen.

Sie ergänzen sich gut: Die rauchige, aber auch hohe Stimmlage von Oliver Jüchems, der warme Klang von Helmut Bengen, die tiefen Töne eines Holger Billker. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen musikalischen Welten, die Drei da vorne, was aber gerade den Reiz der „Söhne des Norden“ ausmacht. Sie müssen sich zusammenraufen, immer wieder, auch auf der Bühne. Davon lebt das Programm, sorgt für manch launige Einlage bei der Anmoderation der Titel und für viele Lacher im Publikum.

Emden_Technik
Emden, Martin Luther-Kirche: Sound-Check

Am 7. Dezember führte das Programm die „Söhne des Nordens“ nach Emden in die Martin Luther-Kirche, die mit Spekulatiusgebäck, heißem Apfelsaft und warmen Zwetschgenwein ein stimmungsvolles Ambiente zum Advent schuf. Knapp dreihundert Gäste hat es an diesem Abend schließlich nach Emden auf die Kirchenbänke gezogen, am Ende der gesamten Tour werden es einige Tausend sein, die sich wieder ein Mal haben begeistern lassen von einem sehr außergewöhnlichem Weihnachtskonzert, das ganz anders, aber so viel mehr ist als üblich. Freunde exzellenten Gitarrenspiels kommen voll auf ihre Kosten und wer noch kein Akkordeon-Fan ist, wird es hier spätestens werden.

Interview

muenkeboe Gestern Münkeboe, heute Emden Emden_hoch , morgen Aurich…

 

Ostfriesland Reloaded konnte direkt vor dem Konzert in Emden mit Bandgründer Oliver Jüchems sprechen, der vor dem Auftritt absolut entspannt wirkte.

Ostfriesland Reloaded: Gestern Münkeboe, heute Emden, morgen Aurich, nächste Woche geht es Schlag auf Schlag weiter. Ihr spielt allein im Dezember insgesamt 13 Konzerte. Letzte Woche waren es fünf hintereinander. Wie hält man das durch – vor allen Dingen die Stimme?

Oliver Jüchems: Mein Geheimrezept ist Lax Vox. Das ist eine kleine mit Wasser gefüllte Flasche, in die man mit einem Schlauch hinein bläst und kleine Wasserbläschen produziert. Der Druck, der dabei im Rachenraum entsteht, massiert die Stimmbänder und produziert gleichzeitig auch ein wenig Schleim, der sie sehr geschmeidig macht. Ich schwöre darauf und mache das vor jedem Auftritt. Das geht sogar im Auto und dauert nur zehn Minuten. Habe ich gerade gemacht.

Ostfriesland Reloaded: Wann habt Ihr eigentlich mit den Weihnachtskonzerten angefangen? Wie ging mal alles los?

Oliver Jüchems: Das war ein Riesenzufall. Genau genommen sind die „Söhne des Nordens“ sogar aus einem Weihnachtsauftritt hier in Emden entstanden. Vor vier Jahren bin ich eingesprungen für eine Traditionsveranstaltung in der Neuen Kirche Emden. Schnell habe ich den bekannten Musiker Helmut Bengen gefragt, ob wir nicht zusammen auftreten sollten. Das war von Anfang an ein so großer Erfolg, dass allein in Emden im ersten Jahr vier Weihnachtskonzerte mit weit über tausend Besuchern stattfanden.

Ostfriesland Reloaded: Wie ging es dann weiter mit der neuen Formation und den Weihnachtskonzerten?

Oliver Jüchems: Warum das Programm nicht auch woanders anbieten, haben wir uns gedacht. So kam es im nächsten Jahr zu einer kleinen Weihnachtstournee durch Ostfriesland zu anderen Orten außerhalb von Emden. Im dritten Jahr haben wir dann wieder in Emden gespielt, zum ersten Mal in der Martin Luther-Kirche in der Bollwerkstraße. Jetzt im vierten Jahr sind wir wieder hier in diesem riesigen Kirchenraum, der uns jedes Mal beeindruckt.

Ostfriesland Reloaded: Neben der Idee einer kompletten Ostfriesland-Tournee zu Weihnachten, was habt Ihr noch geändert verglichen zu den frühen Anfängen in Emden?

oliver juechemsOliver Jüchems: Wir haben uns immer stärker professionalisiert, vor allen Dingen in Hinblick auf Technik und Fan-Service. Haben wir anfangs noch vieles selber gemacht, den Auf- und Abbau, die Licht- und Soundtechnik, liegt das nun in anderen Händen. So können wir uns mehr auf das Eigentliche, die Musik, konzentrieren. Auch der Internetauftritt, der Kartenverkauf vor Ort oder auch die CD-Produktionen sind alles Dinge, die parallel zur musikalischen Entwicklung der Band entstanden sind. Mit der aktuellen Tour haben wir jetzt beispielsweise ein neues Soundsystem: Unser Monitor steht jetzt nicht mehr auf dem Boden vor uns, sondern ist „In-Ear“. Wir treten nun mit Knopf im Ohr auf, können dafür aber sehr gut den Sound an die unterschiedlichen Räume anpassen und optimieren. „Auf zu neuen Ufern“ heißt es bei uns unentwegt.

Ostfriesland Reloaded: Mittlerweile sind es nicht mehr zwei, sondern mit Holger Billker am Akkordeon und Jochen Meints am Schlagzeug vier „Söhne des Nordens“. Ihr seid allesamt aber auch Söhne Ostfrieslands. Du bist aus Upgant-Schott, Helmut Bengen aus Blomberg, Holger Billker aus Dornum, Jens Meints aus Osteel. Habt Ihr mal über eine Namensänderung nachgedacht?

Oliver Jüchems: Nie.

Ostfriesland Reloaded: Woher kommt der eingängige Name „Söhne des Nordens“ eigentlich?“

Oliver Jüchems: Der Name der Band stammt von mir und geht in die frühe Anfangszeit zurück. Die älteste Boygroup der Welt hieß damals „Sons of Alabama“. Der gedankliche Sprung zu „Söhne des Nordens“ war dann nicht mehr weit. Es waren also nicht wie oft vermutet die „Söhne Mannheims“, die Pate für unseren Namen standen, sondern eine waschechte Bluesband.

Ostfriesland Reloaded: Vielen Dank und Euch viel Erfolg!

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