Paradiesisch: Verbotene Früchte und Äpfel im Advent

24 Kalendergeschichten hat Ostfriesland Reloaded zu einem Weihnachtspaket mit vielen Überraschungen zusammengepackt. Heute kommt die erste und dabei geht es um den Sündenfall: der verhängnisvolle Tag einst im Paradies als Eva ihrem Adam den Apfel reichte. Was hat dieses Ereignis mit unserem heutigen Weihnachten tun? Nun, viel. Denn die vier Sonntage im Advent standen lange Zeit in der Kirche symbolisch für die viertausend Jahre, die die Menschen nach dem Sündenfall noch auf den Erlöser warten mussten.

So haben wir eigentlich dem Sündenfall und mit ihm dem Apfel unsere Adventszeit zu verdanken. Wer hätte das gedacht? Wohl kaum einer, der heute einen Bratapfel in die Röhre schiebt oder sich rotglänzenden Apfelschmuck an den Tannenbaum hängt. Keine andere Frucht ist so eng verknüpft mit Weihnachten wie der Apfel. Dabei spricht die Bibel in der Schöpfungsgeschichte nur von einer „verbotenen Frucht“, die die beiden essen und zur Strafe dafür aus dem Paradies vertrieben werden.

Warum es ausgerechnet der Apfel wurde, der schuld sei an unserem menschlichen Verderben, das ist nicht ganz geklärt – in manchen Kulturen übernimmt die Rolle der „Sündenfrucht“ die Feige. Wahrscheinlich ist das lateinische Wort für Apfel der Grund. Denn das lautet malus, und genau mit diesem Wort werden auch so Dinge wie Fehler, Gebrechen, Übel, Leid oder Unheil in der lateinischen Sprache bezeichnet. Die Frucht am Baum der Erkenntnis im Paradies konnte also nur ein Apfel gewesen sein.

Auch war es lange Zeit üblich, immer am 24. Dezember vor der Christmette in der Kirche das Paradiesspiel aufzuführen, um die Gemeinde daran zu erinnern, wie die Erbsünde in die Welt gekommen sei. Dazu gehörte natürlich immer ein „Baum der Erkenntnis“. Dieser musste auch im Winter ein grüner Baum sein, sollte ein roter Apfel nicht unschön an nackten Zweigen hängen. Der grüne Paradiesbaum blieb nach dem Heiligabend meist noch in der Kirche stehen und nach und nach entwickelte sich aus ihm unser heutiger Christbaum. Und alles nur wegen eines Apfels!

Tannenbaumreihe

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