Abfahrt Terminal Norderney: Nur fliegen ist schöner

Das erste Ticket dieses besonderen Tages geht an eine Frau. Es ist für die erste Fähre, die frühmorgens um 6:15 Uhr vom Hafen Norderney nach Norddeich ablegt. Die Dame läutet nichts Geringeres als ein neues Zeitalter ein: für die Reederei Frisia und für den Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln. Denn an diesem strahlenden Donnerstag, dem 12. Oktober 2017, öffnen sich die Türen des nagelneuen Fährterminals von Norderney erstmals für die Passagiere – schon während der Bauphase ein echter Hingucker von außen. Am 30. August war bereits die offizielle Einweihung mit Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil, Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs und vielen anderen Würdenträgern und Verantwortlichen. Doch heute ist der große Tag, auf den alle im Projekt über viele Jahre hin gearbeitet haben. Heute erobern sich die Fahrgäste ihr neues Abfahrtsdomizil, geht das „Terminal Norderney“ in Betrieb.

Zehn Millionen hat das Gebäude mit der futuristischen Dachlandschaft gekostet, zwei Jahre hat der Bau gedauert, der sich über eine Grundfläche von insgesamt 3.000 Quadratmetern spannt. Auf 180 Pfählen, jeder 19 Meter tief in den Boden gerammt, erhebt sich die „Sanddüne der Zukunft“ ganz vorne an der Mole des Hafenbeckens von Norderney und streckt seine wellenförmige Architektur ins Wattenmeer. Das schwungvolle Terminal ist die neue Visitenkarte der Insel, die damit nun bestens gerüstet ist, die logistischen Herausforderungen bei der An- und Abreise der vielen Feriengäste zu meistern. Rund 2,17 Millionen Menschen strömten allein 2016 auf die Insel, die einer der Touristenmagneten an der Nordsee ist. Mit dem Neubau verfügt Norderney jetzt über ein hochmodernes Abfertigungsgebäude. Vorbei sind endgültig die Zeiten, in denen man draußen bei Regen und Sturm auf die nächste Fähre warten musste.

Das neue „Terminal Norderney“ bietet zukünftig großzügig gestaltete Wartebereiche mit Sitzplätze für den abfahrenden Gast, sanitäre Anlagen, auch ein Kioskcafé für den kleinen Durst und Hunger vor der Abfahrt. Fast wie im Flughafen schweift der Blick über eine riesige Passagierhalle. Im vorderen Schalterbereich prägen die auffälligen, als Bullaugen gestalteten Kassen das Bild. „Der schönste Arbeitsplatz der Welt“, meint Laura Steigerwald von der Frisia, die sich in ihrem neuen, blauen Glasrund sichtbar wohl fühlt, und schon routiniert die Fahrgäste des Morgens bedient.

Im Hintergrund beobachtet ein Mann aufmerksam das morgendliche Geschehen in der frisch eröffneten Schalterhalle: Projektleiter Olaf Weddermann. Der Prokurist der Frisia-Reederei hat das Bauvorhaben von Anfang an begleitet, weiß um jedes Detail des behindertengerechten, energiesparenden und sturmflutsicheren Gebäudes. Jetzt geht es in die Endphase. Seit fünf Uhr morgens ist er auf den Beinen, prüft noch die letzten Dinge, kontrolliert, ob alles perfekt läuft. Gestern hat man noch bis in den späten Abend getestet, die Technik, die automatischen Türen, Generalprobe ohne die Gäste gemacht. Nun ist Premiere in „seinem“ Terminal – und er scheint zufrieden.

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Und noch etwas

Während das neue Terminal Norderney in die Zukunft weist, gibt es im Moment im Inselmuseum das passende Pendant: Denn hier läuft gerade eine Ausstellung über die Geschichte der Fährschifffahrt zwischen Norddeich und der Insel Norderney und zeigt, wie alles einmal anfing mit der Reederei: Mit der „Frisia“ nach Norderney ist der Beitrag des Museum Nordseeheilbad Norderney zu „Unnerwegens“, der Gemeinschaftsausstellung von elf ostfriesischen Museen. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. November 2017 zu sehen.

Museum Nordseeheilbad Norderney | Am Weststrand 11 | 26548 Norderney

Di-So 11.00 – 16.00 Uhr | http://www.museum-norderney | Tel: 04932-935422

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