Feuer: Ostern wird es kultisch oder warum brennt die Sonne?

O̱s·ter·feu·er, Substantiv [das]. Ein großes Feuer, das jedes Jahr dem Brauch entsprechend zu Ostern angezündet wird und um das sich viele Leute versammeln. So lautet kurz und knapp die Definition dessen, was an Ostersamstagen die Menschen in Scharen ins Freie treibt. Dabei kann eine Beziehung des geselligen Brauchtums rund um hoch aufgetürmte Holzstöße zum christlichen Osterfest eigentlich nicht hergestellt werden. In der Forschung rangiert dieses gesellige Abfackeln von Brennbarem jeglicher Art unter der Kategorie Kultfeuer.

Osterfeuer Horizont_pixa

Wenn in ganz Ostfriesland die Lichter angehen, ein Osterfeuer nach dem anderen entfacht wird, dann ist sie gerade am untergehen: die Sonne. Unser großer Feuerball am Himmel. Doch was läßt unser Zentralgestirn eigentlich brennen und soviel Wärme ausstrahlen?  Woher nimmt die Sonne eigentlich ihre Energie? Verbrennt Kohle oder Holz innen drin wie bei einem schönen Osterfeuer?

Man hat anfangs wirklich die Vorstellung gehabt, dass die Sonne nichts anderes sei als ein großer, glühender Kohleball. Doch das war ein Irrtum. Denn für ein Feuer, wie es auf der Erde brennt, wird Sauerstoff benötigt. Dabei verbindet sich der Sauerstoff aus der Luft mit Stoffen aus dem verbrannten Material, etwa dem Kohlenstoff aus Kohle oder Holz. So entsteht im Fall eines Osterfeuers beispielsweise das Gas Kohlendioxid. Anders als in der Atmosphäre der Erde gibt es im Weltraum allerdings keinen Sauerstoff – und damit auch kein „irdisches“ Feuer für die Sonne.

Die Sonne ist in Wirklichkeit eine gigantische Kernfusionsmaschine.: ein riesiger Gasball, der hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht. Im Inneren herrschen aufgrund der großen Masse eine große Schwerkraft und damit verbunden ein gewaltiger Druck und Temperaturen von rund 15 Millionen Grad Celsius. Unter diesen extremen Bedingungen und quantenmechanischen Eigenschaften der Elemente kommt es zur Kernfusion, bei der sich in mehreren Zwischenschritten Wasserstoffatomkerne in einen Heliumkern verwandeln.

Das Heliumatom hat eine geringere Masse als die Wasserstoffatome, aus denen es entstanden ist. Die überschüssige Masse wird in Energie umgesetzt. Sie führt dazu, dass es auch auf der rund 150 Millionen Kilometer weit entfernten Erde hell und vergleichsweise warm ist. Ohne die energiereiche Strahlung der Sonne hätte sich das Leben auf der Erde in seiner heutigen Form niemals entwickeln können. Sie ist der Ursprung allen Seins. Mit dem Osterfeuer verabschieden wir nicht nur den Winter, sondern feiern gleichzeitig auch die Rückkehr der Sonne, der Spenderin allen Lebens auf unserem Planeten.

Feuerball

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