Bernstein: Auf der Suche nach den Tränen der Nordsee

Es gab mal eine Zeit, da nannte man die Inseln hoch im Norden Europas, die Bernsteininseln. Auch die Ostfriesischen Inseln gehörten dazu und stellten noch während der römischen Kaiserzeit ein wichtiges Liefergebiet für diesen mythenumwobenen Stoff dar. Heute gelten der Ostseeraum und das Gebiet des früheren Ostpreußens als wahre Fundgruben. Berühmt und als besonders ergiebig im Europa der Neuzeit ist Bernstein aus dem Baltikum. Daneben finden sich noch Fundstätten in Polen, Ungarn, Rumänien, Italien, Frankreich, Österreich und der Schweiz, dem Libanon, Jordanien, Birma, China, Borneo, Japan, Neuseeland, der Dominikanischen Republik und Kanada.

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Besonders kostbar: blauer Bernstein

Bernstein gibt es in vielen unterschiedlichen Farbtönen. Meistens schillert er in Gelb-, Braun- oder Rottönen. Aber es gibt auch klare oder grüne Varianten oder weiße wie den Knochenbernstein. Besonders selten und daher besonders kostbar ist blauer Bernstein aus der Dominikanischen Republik. Die Farbe erkennt man übrigens erst nach dem Schleifen. Vorher liegt jeder Fund nur matt und stumpf in der Hand, seine wahre Schönheit erkennt man erst nach dem Schliff. Frisch angeschliffen leuchtet Bernstein im UV-Licht intensiv blau. Ein untrügliches Merkmal für seine Echtheit. Auch kann echter Bernstein mit Lösungsmittel behandelt werden. Echter Bernstein wird übrigens korrekt als „Naturbernstein“ bezeichnet. Hinter „Echt Bernstein“ verbirgt sich meistens eine Fälschung.

Bei Ostwind und starken Sturm kann man Bernstein auch heute noch an der ostfriesischen Küste finden. Bei Wassertemperaturen um vier Grad sind die Erfolgsaussichten am größten. Dann nämlich steigt der Bernstein an die Oberfläche. Am Strand sammeln darf jeder wo und so viel er will. Denn Bernstein war und ist stets Eigentum des Finders.

Woran erkennt man, dass man einen Bernstein gefunden hat? Nun, einfach anzünden. Denn Bernstein, auch „Brennstein“ oder „Börnstein“ genannt, brennt und verbreitet dabei einen aromatischen Geruch von Harz. Zudem ist er viel leichter und auch viel wärmer als ein gewöhnlicher Stein. Wer es noch genauer wissen will, der setze den Stein in gesättigte Kochsalzlösung. Wenn er darin schwimmt, dann handelt es sich um einen echten Bernstein.

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