Werden Sie Mäzen und stiften Sie eine Orgelpfeife!

Patenschaften kann man für vieles übernehmen – aber für eine Orgel? Das gibt es nur in der Großen Kirche im ostfriesischen Leer. Für 25 Euro können Sie dort bereits zum Paten einer ganz kleinen Orgelpfeife werden, für 50, 75, 100 und 200 Euro sind entsprechend größere zu haben. Es sind sogar Patenschaften für ganze Register zu erwerben. Damit nimmt man eine ganze Reihe von 54 Pfeifen unter seinen Schutz, was natürlich ein wenig teurer kommt. Doch bereits mit kleinem Einsatz kann man sich wie ein echter Mäzen fühlen, denn alle Paten können ihre Namen auf der Stiftertafel in Nähe der Orgel veröffentlichen lassen. Als sichtbares Zeichen und Andenken gibt es dazu noch eine Patenschaftsurkunde und die Einladung zu einem exklusiven Orgelkonzert, wenn alles fix und fertig restauriert ist.

Nicht weniger als die größte Orgel Ostfrieslands soll hier in der Hauptkirche der Evangelisch-reformierten Kirche Deutschlands in voller Pracht entstehen und damit diesen Titel der Ludgeri-Kirche in Norden streitig machen. 1609 errichtet besitzt die Große Kirche zu Leer die zweitälteste der an Orgeln überreichen Region. Die Dame ist nur ein wenig in die Jahre gekommen und zu manchen Zeiten ihrer langen Geschichte etwas unfachgemäß restauriert worden. Nach der großen Schönheits-OP zu der Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke dringend geraten hatte, wird sie bald mit den 37 bestehenden und den 11 eines neu rekonstruierten Oberwerks über insgesamt 48 Register verfügen und mehr als 3.300 Pfeifen zum Klingen bringen. Das reicht nicht ganz an die neue Orgel der Elbphilharmonie mit ihren 4.800 Pfeifen heran, geht aber schon in ähnlich hohe Dimensionen.

Das ist nicht für umsonst zu haben. Rund 600.000 Euro waren allein für den anstehenden zweiten Bauabschnitt veranschlagt. Pastor Uwe Wiarda, auch Vorsitzender des 2004 gegründeten Kirchbauvereins, freut sich: „Die Finanzierung für diesen zweiten, abschließenden Teil ist jetzt gesichert.“ Ein Drittel des Geldes kommt aus öffentlichen Töpfen von Bund, Land, Stadt, ein weiteres Drittel von Stiftungen aus Wirtschaft und Verbänden und das letzte Drittel von der evangelisch-reformierten Landeskirche selbst. Rund 80.000 Euro musste die Große Kirche zu Leer als Eigenbeteiligung auftreiben. Da kam beim Kirchbauverein und der Orgelkommission die Idee auf, mit Patenschaften für die Orgel um Spenden zu werben.

Und diese Idee schlug ein: Bereits im April 2015 hatten rund die Hälfte aller Pfeifen eine Patin oder einen Paten gefunden. Auch jetzt kann man noch eine Patenschaft übernehmen, einzelne Pfeifen und Register sind noch frei. Wie etwas das dreifach gestrichene Cis im Hauptwerk für 50 Euro. Roelfiene Stolz, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenrates, verwaltet die Anfragen und Patenschaften und hat schon vielen bei der Auswahl ihrer ganz persönlichen Orgelpfeife weitergeholfen. Wer Mäzen werden will oder auf der Suche nach einer nachhaltigen Geschenkidee ist, der sollte aber nicht mehr zu lange warten, sonst sind die schönsten oder günstigsten Orgelpfeifen vergeben.

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Für das ambitionierte Vorhaben konnte die erfahrene und überregional bekannte Orgelbauwerkstatt Ahrend aus Leer-Loga gewonnen werden. Im ersten Bauabschnitt vom Sommer 2014 bis zum Frühjahr 2015 haben die Experten vor allen Dingen konstruktive Baumaßnahmen an dem alten Instrument aus dem Jahr 1609 vorgenommen: das Hauptgehäuse wurde restauriert, das verloren gegangene Untergehäuse komplett rekonstruiert. Es wurde eine neue Spielanlage mit drei Klaviaturen für die Hände und eine für die Füße eingebaut mit einem Spieltisch aus Buchsbaum, Ebenholz und geräucherte Eiche.

Beim zweiten Bauabschnitt geht es jetzt hauptsächlich an die unzähligen Pfeifen. Rund 2.500 vorhandene Pfeifen müssen die Orgelbauer der Werkstatt Ahrend alle einzeln restaurieren. Komplett neu angefertigt werden dagegen die Prospektpfeifen aus Zinn und insgesamt 800 weitere nagelneue Pfeifen für das rekonstruierte Oberwerk. Hierfür gilt es auch noch die dazugehörige Windlade und die Registerzüge zu fertigen. Dazu kommt noch die Arbeit an einer historischen Windanlage. Los geht’s in Kürze. Ab dem 22. Januar 2017 wird dann lange keine Orgel mehr zu hören sein beim Sonntags-Gottesdienst in der Großen Kirche. Doch wenn sie wieder erklingt, dann so schön wie vor 400 Jahren.

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Beeindruckender Innenraum: Panoramabild von der Webseite der Großen Kirche in Leer.

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Für die Patenschaft an einer/oder mehrerer Orgelpfeifen oder eines/mehrerer Register werden Spendenbescheinigungen erteilt. Die Patenschaft ist steuerlich absetzbar. Ihre Anfragen für eine Patenschaft richten Sie bitte telefonisch direkt an die Koordinationsstelle unter der Telefondurchwahl 0491/ 64231 oder per Mail an roelfiene.stolz@reformiert.de. Weiterhelfen kann auch der
Kirchbauverein Große Kirche Leer e.V.
Pastor Uwe Wiarda
Kirchstr. 16
26789 Leer
Tel.: 0491 – 2602
Mail: uwe.wiarda@reformiert.de

 

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